Deus Ex: Human Revolution (XBox 360) – Blackfear Flashback / Test

Viele von euch erinnern sich bestimmt nach an den Cyberpunk-Kracher “Deus Ex” aus dem Jahr 2000. Das Spiel begeisterte nicht nur die Presse, sonder gilt auch heute noch als Geheimtipp für jeden Shooter- und Rollenspielfan. Seinerzeit habe ich das Spiel nächtelang gezockt, bin förmlich in die perfekt ausgearbeitete Welt eingetaucht. Dann im Jahre 2004 erschien der Nachfolger “Deus Ex: Invisible War“. Die Erwartungen an die Fortsetzung waren hoch, wurden aber fast alle samt enttäuscht. Ich selber habe es nie gespielt, da es damals nicht mit meiner Grafikkarte lief und auch danach habe ich es nicht weiter beachtet. Aus den Augen, aus dem Sinn…
Umso gespannter war ich jetzt natürlich auf den dritten Teil “Deus Ex: Human Revolution“. Nicht nur wegen dem Presserummel, sondern wegen dem Versprechen der Entwickler, dass es genau so gut, wenn nicht sogar besser als der erste Teil werden soll. Also habe ich mir das Spiel mal etwas genauer angeschaut und präsentiere euch nun meinen Eindruck:

Worum geht es in dem Spiel?
Deus Ex: Human Revolution spielt vor den Ereignissen des ersten Teils im Jahre 2027. Die Weltwirtschaft ist durch den Mangel an Rohstoffen zusammen gebrochen, die einst blühende Autoindustrie ist schon lange am Ende und Städte, die früher als Wirtschaftswunder galten, sind nur noch einen Schatten ihrer selbst. Doch eine neue Technologie erlebt einen starken Aufschwung: Die Biotechnologie zur Verbesserung des menschlichen Körpers. Allerdings gibt es auch viele Gegner dieser künstlichen Evolutionsstufe und so ist die Gesellschaft gespalten.
Der Spieler übernimmt die Rolle des Ex-SWATs Adam Jensen, der nach einem beruflichen Rückschlag Sicherheitschef des Biotechnologie-Mega-Konzerns Sarif Industries geworden ist. Zu Beginn des Spiel muss er einen Terroranschlag auf seine Firma miterleben. Biotechnisch verbesserte, schwer bewaffnete Angreifer stürmen die Büroräume, legen Brände und töten jeden, der ihnen im Weg steht. Unter den Opfern befindet sich auf Adams Freundin Megan, die Forschungsleiterin war und kurz vor einem revolutionärem Durchbruch stand. Adam überlebt diesen Angriff nur schwer verletzt und verliert dabei seine Arme, Beine und noch weitere innere Organe. Sein Freund und Chef David Sarif zahlt aber die lebensrettende OP und so werden ihm biotechnische Implantate eingesetzt. Danach ist die Welt für Jensen nicht mehr die selbe. Seine Freundin ist tot, er wurde widerwillig zum Cyborg und sein Stimmung ist somit an einem Tiefpunkt angelangt. Also macht er es sich zur Aufgabe den Angriff, der sein Leben verändert hat aufzuklären und gerät dabei in einen Sog von Verschwörungen…

Mein Eindruck:
Wie ich schon geschrieben habe, war ich sehr gespannt auf den neuen Teil der Deus Ex-Reihe und muss wirklich sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde. Die Geschichte wird in einem cineastischem Ausmaß präsentiert und ständig mit spannenden und abwechslungsreichen Nebenaufgaben und -geschichten ausgeschmückt. Allein im ersten offenen Spielteil, der Innenstadt von Detroit, gibt es sehr viele Quests, die sich immer auf unterschiedlichen Wegen lösen lassen. So Fragen zum Beispiel ehemalige Kollegen um Hilfe bei der Aufklärung eines Falls oder Angehörige der Opfer des Überfalls bitten um nähere Aufklärung. Wie der Spieler dabei vorgeht ist völlig offen. Man kann natürlich durch rohe Gewallt ans Ziel kommen, aber es ist deutlich klüger taktisch oder diplomatisch vorzugehen, da es hierfür dicke Boni gibt. Dazu stehen durch die biotechnischen Verbesserungen, Augmentierungen genannt, immer wieder neue Optionen zur Verfügung. So kann man ein Tarnfeld generieren, besser im Hacken werden oder auch auf physische Updates wie höheres Springen oder schnelleres Laufen zurück greifen. Auch hier kann man sich individuell entscheiden.
Ich selber spiele einen Mix aus allen Optionen. Zuerst versuche ich heimlich, oder durch Social Engineering ans Ziel zu kommen. Hilft das nicht weiter, oder verliere ich die Geduld, kommt schweres Gerät in Form von modifizierbaren Waffen zum Einsatz. Das macht nicht nur Spaß, sonder ist auch taktisch fordernd. Man kann nicht einfach in die Gegnermassen rennen, sondern muss das gut funktionierende Deckungssystem benutzen um nicht sofort zu sterben. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich mir hier etwas klügere Gegner gewünscht hätte. Ich habe z.B. den Eindruck, dass die KI Blendgranaten, usw. völlig willkürlich einsetzt. In anderen Shootern kennt man das anders. Aber ok, ansonsten reagieren die Gegner recht schlüssig und die Kämpfe werden zum Teil wirklich fordernd.
Was mir an “Deus Ex: Human Revolution” aber besonders gefällt ist die lebendige Welt. Überall stehen Menschen, gehen ihrem Tagewerk nach, unterhalten und streiten sich. Außerdem liegen überall Zeitungen und Bücher herum, in den Fernsehern laufen Nachrichten und so taucht man richtig tief in diese fiktive Welt ein. An machen Schauplätzen wie z.B. Shanghai habe ich sogar viel Zeit damit verbracht mir einfach die Gegend, die Schaufenster und die ganzen Läden anzuschauen. Man kann sagen, die Welt von Deus Ex lebt! Viel besser kann man es in einem Rollenspiel-Shooter-Mix nicht machen!

Technischer Eindruck:
Grafik: Die Grafik ist sehr detailreich. In den Räumen, aber auch in den weitläufigen Außenarealen gibt es unzählige Details zu entdecken. Es kommt nie dieses Baukastengefühl auf, denn es scheint, als wurde jeder Quadratmeter per Hand designed. Der grafische Gesamteindruck wirkt allerdings etwas angestaubt. So wirken die Charaktere ein wenig steif und vor allem die nicht lippensynchrone Sprache trübt den sonstigen Realismus der Deus Ex-Welt. Die Personen schauen einen beim Sprechen auch nicht immer an. Abgesehen davon gibt es aber nichts zu meckern. Bis auf einen Stelle, an der ich während eines der opulenten Nahkampf-Moves durch eine halbe Wand gegriffen habe ist mir kein weiterer grober Grafikfehler aufgefallen.
Sound: Auch hier gibt es nicht viel zu Meckern. Die Sprachausgabe ist passend und stimmig und auch die Effekte und Hintergrundmusik tragen perfekt zur dichten Atmosphäre bei. An dieser Stelle sollte man aber anmerken, dass es keine Option gibt, auf die englische Originalsprache umzustellen. Für mich nicht weiter tragisch.
Steuerung: Konsolen typisch ist die Steuerung fest vorgegeben, geht aber gut von der Hand. Auch das Deckungssystem und die Spezialmoves lassen sich einfach und intuitiv bedienen. Inventar, Quests und andere Infos lassen sich genau so einfach und selbsterklärend erreichen.
Sonstiges: Endlich mal wieder: Man kann immer und überall speichern!

Fazit:
Deus Ex: Human Revolution ist ein Gerne-Mix wie ich ihn mir gewünscht habe! Eine spannende, kinoreife Cyperpunk-Story gepaart mit den Freiheiten und der Komplexität eines guten Rollenspiels. Eindeutig ein Kandidat zum Spiel des Jahres und ein Pflichttitel für jeden Genre-Fan!

Hier zu kaufen:
Deus Ex: Human Revolution für Xbox 360, PS3 und Windows PC

Außerdem gibt es auch noch die Deus Ex: Human Revolution Collector’s Editionmit exklusiven Inhalten:
– Eine Actionfigur von Adam Jensen designt von PLAY ARTS -KAI-
– Das “Explosive Mission-Pack”: Eine einzigartige neue Mission aus der Sicht eines vertrauten Deus Ex Charakters
– Exklusive Waffen: das automatische Entriegelungssystem, der ferngezündete Sprengsatz M-28, der mehrschüssige Schulter-Granatwerfer G-87, die doppelläufige Schrotflinte Huntsman Silverback und das schallgedämpfte – Präzisionsgewehr Longsword Whisperhead
– 10.000 extra Punkte für den Erwerb von Waffen
– Eine DVD mit 44 minütigem Making Of Spezial
– Ein 30-minütiger Spiel-Soundtrack
– Ein Comic (aus der offiziellen DC Serie)
– Den E3 Trailer sowie ein animiertes Storyboard
– Ein 40 seitiges Art Book

Vielen Dank an indigo pearl für die freundliche Unterstützung!

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