Relikt von Bir Hooker

Interview mit „The Lost God“-Autor Gregor Spörri

The Lost God - von Gregor Spörri

Vor einigen Tagen haben wir Euch den Endzeit-Thriller The Lost God“ von Gregor Spörri vorgestellt und, zumindest ich, bin begeistert von dem Buch. Direkt nach dem Lesen schwirrten mir aber sofort ein paar Fragen durch den Kopf, darum bin ich sehr froh, dass sich Herr Spörri Zeit für ein kleines Interview mit uns genommen hat:

Blackfear: Hallo Herr Spörri, erst einmal Gratulation zu Ihrem tollen Buch. Mir als „Endzeit-Fan“ hat es außerordentlich gut gefallen.  Wie zufrieden sind Sie denn eigentlich selber mit Ihrem Werk?

GS: Grüezi Herr Hellmann. Vielen Dank für ihr Kompliment.
Als kritischer Zeitgenosse ist man nie ganz zufrieden mit seiner Arbeit. Kaum beendet, wollte man dieses und jenes schon wieder besser gemacht haben. So musste ich beispielsweise konstatieren, dass einige in die Geschichte eingeflochtene Informationen und Hinweise, von Quer-  und Gelegenheitslesern nicht oder nur zum Teil aufgenommen werden, wodurch die Gesamtverständlichkeit an dem zugegeben vielschichtigen Buch leidet.

Blackfear: Sind Sie beim Schreiben auf unerwartete Schwierigkeiten gestoßen?

GS: Schwierigkeiten gab es schon, und zwar immer dann, wenn ich Personen oder Institutionen mit unangenehmen Fragen konfrontierte. In vielen Fällen erhielt ich nicht einmal eine Antwort, weswegen ich mir so manche Auskunft über Drittquellen besorgen musste.

Blackfear: Viele politische oder auch wissenschaftlich, technische Dinge werden in „The Lost God“ sehr detailliert beschrieben und wirken sehr gut recherchiert. Wie kam es dazu? Sind Sie ein detailverliebter Mensch?

GS: Das bin ich in der Tat. 3 ½ Jahre lang und bis wenige Tage vor Drucklegung, arbeitete ich bis zu 15 Stunden pro Tag an den Texten. Daher auch der eine oder andere Schreibfehler, der vom Lektorat nicht mehr korrigiert werden konnte. Über die Hälfte der Zeit investierte ich ins Recherchieren, reiste viel und weit. Großes Glück hatte ich  in den Disziplinen Astronomie, Raumfahrt und Physik, wo mich anerkannte Spezialisten tatkräftig unterstützten. Es schien ihnen zu imponieren, welch großen Wert ich darauf legte, auch den fiktionalen Teil der Geschichte so authentisch wie möglich zu erzählen.

Blackfear: Ihr Buch prangert viele Missstände in unserer heutigen Politik und Wirtschaft an. Sind Sie persönlich politisch aktiv oder engagieren  Sie sich in entsprechenden Bereichen?

GS: Ich betrachte die Entwicklung unserer Zivilisation mit Schrecken, aber bewusst  aus der Distanz. Zwar habe ich schon über Engagements in der Politik oder im Umweltschutz nachgedacht, kam dann aber zum Schluss, dass ich mich damit zum Handlanger von Interessengemeinschaften mache, deren Ziele oft nur vordergründig ehrenwert erscheinen.

Blackfear: Sie haben für „The Lost God“ eine sehr ungewöhnliche Marketing-Strategie gewählt. Ihr Buch basiert, Ihren Aussagen nach, auf  dem  wahren Fund eines Riesen-Fingers. Darum ist in vielen Blogs, Foren und Magazinen von Ihnen zu lesen, die sich mit Grenzwissenschaften und anderen, sonderbaren Dingen auseinander setzen. War dies von Anfang an so geplant, oder war dies ein medialer Selbstläufer?

GS: Ich wollte diese Riesenfinger-Geschichte, zu der ich gekommen bin wie die Jungfrau zum Kinde, irgendwie verarbeiten. In alten Schriften wimmelt es von Humanoiden, zu denen ein solcher Finger durchaus gepasst hätte. Meine eigenen Nachforschungen lassen mich inzwischen glauben, dass dem historischen, global verbreiteten Mysterium zumindest ein wahrer Kern zugrunde liegen muss. Und so wählte ich die apokryphe Schrift des Henoch als Ankerpunkt für „The Lost God“. Als ich ankündigte, das Relikt auf der inneren Umschlagseite des Buches im Maßstab 1:1 reproduzieren zu wollen, kam der Verlag auf die Idee, anlässlich der Buchveröffentlichung einigen Zeitungs-  und Zeitschriftenagenturen Fotos davon zur Verfügung zu stellen. Zuerst war ich dagegen, weil es in meinem Buch ja um viel mehr geht, als nur um ein vertrocknetes Artefakt, ließ mich dann aber breitschlagen. Dass die Fotos gleich um die Welt gingen, überraschte uns dann doch. Wäre eine Kampagne geplant gewesen, hätten wir logischerweise Übersetzungen in anderen Sprachen bereithalten müssen.

Relikt von Bir Hooker
Das Relikt von Bir Hooker (c) Gregor Spörri

Blackfear: Wie gehen Sie damit um, von einigen dadurch mit Skepsis „belächelt“ zu werden?

GS: Wenn meine Kritiker glauben, die Qualifikation zu besitzen, in dem Finger den Huf eines Rindviehs oder das Bein eines Schafes zu erkennen; wenn sie meinen, die Bilder des Relikts als Photoshop-Fake identifizieren zu können oder davon überzeugt sind, es handle sich um eine plumpe Fälschung aus Pappmaché, Holz oder was auch immer, dann steht ihnen eine solche Meinungsäußerung natürlich zu. Ich trage diese Kritiken mit Würde, denn ich weiß bis heute zwar nicht, um was ganz genau es sich bei dem Relikt von Bir  Hooker handelt, aber ich weiß mit Bestimmtheit, um was es sich nicht handelt!

Blackfear: Sie hätten nun auch ein Sachbuch mit wilden Theorien über Ihren Fund schreiben können, haben sich aber für einen fiktionalen Roman entschieden. Warum?

GS: Weil ich von Anfang an wusste, dass man meine Geschichte und die Fotos des Relikts nicht wirklich ernst nehmen würde. Als Autor eines Romans aber – in dem keinerlei Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhoben wird – kann ich der mir entgegengebrachten Skepsis mit Gelassenheit begegnen, denn ich behaupte ja nichts.

Blackfear: Sie haben mit „The Lost God“ gezeigt, dass Sie Geschichten mit epischem Ausmaß schreiben können. Dürfen wir in Zukunft ähnliches von Ihnen erwarten?

GS: Es gibt Anregungen für eine englischsprachige Version und ein Drehbuch. Allerdings besteht mehr Interesse an den mythologischen Aspekten und an der Science-Fiction, als an den provokanten, in der deutschen Erstausgabe vorkommenden Szenarien und Dialogen zur aktuellen Lage der Weltgemeinschaft. Sollte ich mich dazu entschließen, den kommenden Winter über erneut in die Tasten zu greifen, wird eine streckenweise neue Geschichte entstehen. Ob ich davon ausgenommen, jemals wieder einen Roman schreiben werde? Keine Ahnung!

Blackfear: Was möchten Sie unseren Lesern  noch mit auf den  Weg  geben?

GS: Bleibt skeptisch gegenüber kuriosen Dingen und Geschichten, zu denen auch die meinige zählt. Trotzdem, stellt möglichst eigene Nachforschungen an und benutzt alle Sinne, bevor ihr über eine Sache urteilt. Denn die Geschichtsschreibung quillt über von krassen Fehlbeurteilungen, Irrtümern und verpassten Chancen.

Blackfear: Vielen Dank für das Interview!

The Lost God: Tag der Verdammnis

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5 thoughts on “Interview mit „The Lost God“-Autor Gregor Spörri

    1. Für eine Antwort musst du schon das Buch lesen ;)
      Für das Buch ist es auch egal, ob dieser Finger echt ist oder nicht, da die Geschichte eh fiktional ist. So oder so ist sie super!

  1. Ich habs jetzt auch durch und bin auch begeistert. Am Anfang war es ziemlich lahm, aber dann gings ab. Roland Emmerich sollte das Ding mal verfilmen!

  2. Echt gruselig die Story um diesen Reisenfinger. Ob sie wahr ist? Keine Ahnung aber ich glaub schon das was dran ist. Dieser Spörri scheint jedenfalls kein Freak zu sein. Ich hab mir das Buch gekauft und bin 2/3 durch. Hammerhartes Ding!!! Bin gespannt auf das endet!

  3. Es gibt unzählige Berichte von Riesen aus der Vergangenheit. Wenn auch nur 1% davon wahr ist, haben wir ein Problem mit der gängigen Lehrmeinung.
    Auch die seriöse Wissenschaft stößt immer wieder auf seltsame Funde, die mangels plausibler Erklärungsmöglichkeiten voerst in den Kellern der Universitäten oder Museen verschwinden. So unglaublich die Entdeckung der Monsterkralle in Bir Hooker von diesem Gregor Spörri auch anmutet, ich ziehe in Betracht, dass seine Geschichte stimmt. Auf der Webseite zum Buch (soeben gelesen), geht er die Sache jedenfalls ernsthaft an. Mein Bruder (Veterinär), ist jedenfalls überzeugt, dass es sich bei dem Objekt nicht um eine tierische Gliedmaße handelt. Warten wir ab, ob der Schweizer bei seinen weiteren Nachforschungen Glück hat – zumindest wäre es ihm zu wünschen.

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