Beutewelt III (Alexander Merow) – Rezension

Rezensent: Dirk Wendt

Kurze Inhaltsübersicht
Artur Tschistokjow lebt versteckt und in Angst vor der Weltregierung. Er ist der Anführer der Freiheitsbewegung der Rus (s. Band 2; Beutewelt) und als Kopf dieser Bewegung lebt er in der ständigen Gefahr verhaftet und liquidiert zu werden.
Frank Kohlhaas und Alfred Bäumler leben zur gleichen Zeit ein halbwegs ruhiges Leben in Ivas. Nach dem Krieg haben sich die Beiden zurückgezogen und ein Leben in dem kleinen ruhigen Ort aufgebaut.
Frank, Alf und Thorsten Wilden, der Dorfchef sehen im Fernsehen einen Bericht über eine Gruppe von „Terroristen“ die die Hauswand einer Zeitung mit dem russischen Schriftzug „Diese Zeitung belügt euch“ besprüht haben, dabei handelt es sich um eine Aktion der obigen Freiheitsbewegung. Die Rebellen des Dorfes beschließen, mit der Freiheitsbewegung Kontakt aufzunehmen um zu schauen, ob sich die Möglichkeit gemeinsamer Aktionen ergeben könnte.
Da begeht bei einem Treffen der Dorfchef einen Fehler, er lädt die Weißrussen nach Ivas ein und verstößt somit gegen die erste und eiserne Regel, die er selbst aufgestellt hatte bei der Gründung des Dorfes.
Nach mehreren Aktionen in Weißrussland und dem immer wiederkehrenden Besuch der Mitglieder der Rus in Ivas kommt es letztendlich zum Eklat, eine Maßendemonstration, eine Schiesserei zwischen der Weltregierung treuen Polizei und den Demonstranten. Artur zieht sich daraufhin für Monate zurück bevor er erstarkt wieder auf den Plan tritt. Was sonst passiert und es passiert noch einiges, ich sage nur Julia Wilden und Frank, müsst ihr schon selbst lesen.

Meinung:
Das ist nun der dritte Band der Beutewelt-Reihe den ich gelesen habe und dieser Band ist meiner Meinung nach absolut anders als Band 1 und 2. Während die alleinigen Protagonisten in den ersten Bänden Frank und Alf so sind es in Band 3 auch die anderen, wie zum Beispiel Artur Tschitokjow und Thorsten Wilden. Sämtliche Hauptfiguren werden hier ein wenig tiefer dargestellt, was mir sehr gut gefällt. Was noch besticht, die Handlung des Buches ist nicht wie in den ersten Teilen darauf ausgelegt bestimmte Menschen zu liquidieren oder einen Auftrag auszuführen, viel mehr zeigt es auf, wie man halbwegs friedlich einen Umsturz plant um eine Regierung zum stürzen zu  bringen.
Ich habe lange überlegt, ob mir die Geschichte gefällt, weil sie natürlich nicht so die „Action“ geladene ist, doch im Grunde ist sie evtl. gerade deshalb die Beste der drei, weil sie eine große Vielfalt zeigt und auch andere Charaktere vorkommen lässt, als nur die beiden bekannten Hauptpersonen.
Dieser Teil zeigt das Alexander Merow es schafft Geschichten aus verschiedenen Sichten heraus zu schreiben. Nicht nur die actiongeladenen Heldenabenteuer, sondern auch tiefgründigere Erzählungen bei denen die Helden einen gewissen Hintergrund haben und sich entwickeln können.

Fazit:
Für mich ein gelungenes Buch, das ich durchaus als EBook empfehlen kann. Für mich ist nach wie vor der Preis für die Anzahl an Seiten als normale Papierversion zu hoch. Das ist schade, denn es lohnt sich auf jeden Fall einen Blick zu riskieren. Da frage ich mich, wer hat den Preis festgelegt? Auf alle Fälle werde ich mir den Namen Alexander Merow merken und weitere Bücher von ihm lesen, denn als Autor dystopischer Literatur werden mir hier kurzweilige Erzählungen geboten, die in meinen Augen einen guten Schuss Realismus beinhalten.

Beutewelt III. Organisierte Wut

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4.3 von 5 Sternen (7 Kunden Reviews)

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