Crossed #1 (Panini) – Rezension / Kritik

Jenseits von The Walking Dead gibt es zur Zeit kaum eine postapokalyptische Comicreihe, die den Zombies Konkurrenz machen kann. Aber wir Comicjunkies brauchen Abwechslung. Von Splitter gibt es die noch relativ junge Serie Zombies und nun geht auch Panini mit einer Endzeitserie an den Start: Crossed! Kann sich der Band gegen die bereits etablierten Comic-Reihen behauten? Wir haben nachgeschaut.

Inhalt:
In einer Kleinstadt in den USA beginnt das Undenkbare. Während die Menschen friedlich in einem Diner essen, stürmt plötzlich ein Mann mit einem abgehackten Arm hinein und fällt die Bedienung an. Völlig geschockt realisieren die Anwesenden kaum, was hier gerade passiert und als sie sich nach draußen retten können, sehen Sie das ganze Ausmaß des Chaos. Von einer unebkannten Seuche infizierte Menschen laufen, gekennzeichnet mit einem eingebrannten Kreuz im Gesicht, durch die Straßen und verbreiten Angst und Schrecken. Viel schlimmer noch, sie leben ihre krankhaftesten Gewaltfantasien aus. Sie morden, vergewaltigen, reißen Menschen die Haut vom Leib und bringen sogar Flugzeuge zum Absturz oder lassen Kernkraftwerke explodieren.
Sie scheinen sich durch Infektionen zu vermehren und sind somit bald in der Überzahl. Für die kleine Gruppe aus dem Diner beginnt damit die Flucht vor diesen zombie-ähnlichen Wesen, quer durch die postapokalyptische Welt, immer auf der Suche nach einer neuen Zuflucht. Und bald müssen sie sich fragen, ob sie überhaupt ihre eigene Menschlichkeit behalten können, inmitten dieser Hölle.

Meinung:
Als ich Crossed das erste mal in den Händen hielt, war ich sehr überrascht über die Dicke der Ausgabe. Der Band ist ca. 280 Seiten schwer, umfasst den Prolog und die Kapitel 1-9 der US-Reihe und erzählt eine in sich geschlossene Geschichte. Er ist durchgehend coloriert und die Zeichnungen sind äußerst detailreich. Man hat sofort das Gefühl, etwas hochwertiges in den Händen zu halten, also habe ich mich gleich ans Werk gemacht und musste feststellen, das in dem Comic sofort richtig Gas gegeben wird.
Innerhalb der ersten 10 Seiten bricht bereits das totale Chaos aus, der Leser wird mit harten Gewaltdarstellungen überrumpelt und man kann diese Ausgabe einfach nicht mehr aus den Händen legen. Zum einen ist die Darstellung der Infizierten sehr interessant, weil sie ganz anders sind als die bekannten Zombies sind. Sie sind nicht tot, können noch denken, Waffen bedienen und Pläne schmieden. Sie sind einfach nur durchgedreht. Zum anderen ist die Erzählweise gerade zu Anfang sehr schnell und hektisch. Man hat kaum Zeit die einzelnen Charaktere kennen zu lernen, da diese von einer brenzligen Situation in die nächste stolpern und man als Leser von den wirklich hammerharten Gewaltdarstellungen erst einmal geschockt ist.
Die Geschwindigkeit der Story nimmt dann aber immer mehr ab und schon nach kurzer Zeit steht die Gruppe der Überlebenden  im Vordergrund. Sie haben mit Hunger, Kälte und der ständigen Angst vor den Infizierten zu kämpfen und zerbrechen fast daran. Und oft müssen sie sich die Frage stellen, wie weit sie gehen werden um zu überleben, wobei ständig die Linie der Menschlichkeit übertreten werden muss und nur noch mehr Schmerzen und Kummer aufkommen. Der Leser wird dabei ständig überrascht und mitgerissen, wodurch man gerade bei fortgeschrittener Story immer mehr mitfiebert.
Ihr merkt also, Crossed ist nichts für Schwache nerven und gehört schon gar nicht in den Händen von Kindern. Der Comic ist knallhart und neigt zu extremen Gewaltdarstellungen. Aber genau dadurch und den damit verbundenen ständigen Gewissenskonflikten der Überlebenden schaffte es Crossed sich von The Walking Dead und Co. abzusetzen. Das Rad wird hier nicht neu erfunden, aber die Leseerfahrung ist eine völlig andere und sollte von Endzeit-, Horror- und Splatter-Fans auf jeden Fall erlebt werden.

Fazit:
Crossed ist ein extremer Endzeitcomic, der sich von einer Splatter-Orgie in eine emotional turbulente Reise durch eine postapokalyptische Welt wandelt. Für Comicfans mit einem Hang zu Splatterfilmen eine klare Empfehlung!

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3 thoughts on “Crossed #1 (Panini) – Rezension / Kritik”

  1. Hiru says:

    Mal ne generelle Frage. Der Comic ist auf english, oder?
    Oder kam das Buch in einer deutschen Fassung raus?

    1. Thompsen says:

      Der ist komplett auf deutsch.

  2. Alex says:

    Danke für das ausführliche Review!

    Da weiß ich jetzt, was bei mir unter den Weihnachtsbaum kommt :) Allgemein bin ich kein Splatter-Fanatiker aber gerade bei der Thematik sollte das die Atmosphäre besser rüberbringen können

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