Dishonored – Review / Test

In diesem Jahr gab es wieder eine Menge Spiele, die gehypte wurden und davon ist auch unser jetziger Testkandidat Dishonored: Die Maske des Zorns betroffen. Die einen jubelten, dass ein spannender Spion-Thriller erscheint, die Bloggerszene war über die Steampunk-Welt entzückt und Dark Projekt Veteranen hofften auf eine neue Herausforderung. Die Erwartungen waren also hoch, doch in wie weit wurde Entwickler Bethesda diesen gerecht? Schauen wir doch mal!

Story:
Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Mannes names Corvo. Corvo ist nicht nur der Vertaute der Kaiserin, sondern auch ein Meisterspion und Leibwächter. In einer Zeit zu Anfang der industriellen Revolution hat die Hauptstadt mit einer Seuche zu kämpfen, die weite Teile der Bevölkerung bereits dahin gerafft hat und zu einer Art Zombie werden lässt.
Nachdem Corvo von einer Reise zurück kehrt,  wird die Kaiserin von Attentätern ermordet und ihre Tochter Emily entführt. Die Attentäter lassen es so aussehen, als wäre Corvo der Schuldige und so wird er in der Kerker geworfen und wartet auf seine Hinrichtung. Doch mit Hilfe einiger Kaiserteuen gelingt ihm die Flucht und er versucht mit dessen Hilfe Emily, die rechtmäßige Thronerbin, zu befreien und den hersehenden Lordregenten zu stürzen. Doch dazu müssen erst einmal die Unterstützer des Lords beseitigt werden. Und so beginnt der Thriller im Untergrund und verkommen Hinterhöfen…

Meinung:
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich an Dishonored nicht all zu hohe Erwartungen hatte, da mich das Steampunk-Setting zwar sehr fasziniert hat, aber ich nicht all zu sehr auf Schleichspiele mit magischen Elementen stehe. Aber als ich nach dem Spielstart dann gleich mit einem Schiff auf eine imposante, aus dem Zeitalter der industriellen Revolution stammende Stadt zu schipperte und durch ein ausgeklügeltes Schiffshebewerk direkt in den kaiserlichen Hof gebracht wurde, war ich gleich von dieser Welt gefangen. Die Architektur, die Bauwerke und die Techniken, wie z.B. grandiose Brücken oder Kesselsysteme sehen einfach fantastisch aus. Am liebsten hätte ich das alles bestaunt und erkundet aber in  Dishonored geht es gleich zur Sache. Nach der kurzen Introszene wird man sofort von dem oben erwähnten Überfall überrumpelt, ist hoffnungslos überfordert und schon befindet man sich im Knast, in dem das eigentliche Spiel beginnt.

Wie in einem Tutorial wird man mit Kurztipps in die grundlegenden Mechaniken des Spiel eingearbeitet, von denen er relativ viele gibt. So kann man sich von oben auf Gegner stürzen und sie brutal überwältigen oder still und heimlich beseitigen, bzw. bewusstlos machen. Genau so verläuft es mit der Magie. Die ersten Fähigkeiten bekommt man relativ schnell und diese machen das Leben als Untergrundspion dann auch deutlich einfacher. Man kann sich z.B. teleportieren, Tiere und Menschen steuern oder die Zeit verlangsamen. Das hilft einem nicht nur besser ans Ziel zu kommen, sondern macht auch eine Menge Spaß.  Wie wäre es z.B. die Zeit anzuhalten, dann die Kontrolle eines Gegners zu übernehmen und ihn dann in die Laufbahn seiner eigenen Kugel zu stellen. Ihr merkt, man kann sehr kreativ sein.

Diese Skills erlernt man duch Power-Ups, so genannten Runen, sehr schnell im Spiel. Das macht zwar Freude und bringt Abwechslung, allerdings wird das Spiel dadurch auch sehr einfach. Man kann sich schnell über die Dächer an das jeweilige Ziel teleportieren, an Wachen problemlos vorbei schleichen und so entgeht eines der Nervenkitzel einen richtigen Spion-Thrillers. Allerdings mag das auch an meiner Spielweise liegen. Natürlich kann man sich der Herausforderung stellen die einzelnen Levels ohne jemanden zu töten zu meistern, aber warum sollte man das tun, wenn man seine Pistole, eine Armbrust und ein scharfes Schwert hat. Zumindest ich habe mich mehr oder weniger wie ein Schlächter durch das Spiel gekämpft. Das hatte zwar den Nachteil, dass ich am Ende des Level kaum Boni bekommen habe und durch die vielen Leichen mehr Zombies auftauchten, aber letzten Endes wurde es dadurch nicht schwerer. Aber wie gesagt, das mag an meinem Spielstil liegen. So oder so, macht es trotzdem viel Spaß, vor allem weil die Levels sehr abwechslungsreich sind und es immer optionale Möglichkeiten gibt, das Ziel aus dem Weg zu räumen.

Das einzige, was ich mir mehr gewünscht hätte, wäre Steampunk. Es gibt gute Ansätze, aber ein richtiges Steampunk-Feeling wie in Bioshock oder Arcanum kommen leider nicht auf. Man kommt sich eher wie in einer industriellen Fantasy-Welt vor, was sie aber natürlich nicht weniger fantastisch macht. Nur halt nicht so punkig.

Zur Technik muss man eigentlich nicht viel sagen, die Trailer und Screenshots sprechen für sich. Die Grafik, gerade die Bauwerke sehen fantastisch aus und oft staunt man einfach nur die Welt an. Einige Texturen sehen zwar etwas matschig aus, aber das fällt nicht wirklich ins Gewicht. Genau so der Sound. Stimmig aber auch nichts weltbewegendes. Hier wurde eigentlich alles richtig gemacht.

Fazit:
Dishonored ist nicht die erhoffte Steampunk-Offenbarung, aber immer noch ein sehr abwechslungsreiches, originelles Schleichspiel in einer fantastischen Welt, weit ab von den üblichen Mittelalter-Settings. Wer davon genug hat, sollte zugreifen!

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4.3 von 5 Sternen (54 Kunden Reviews)

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Alle Screenshots (c) Bethesda.

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