GEMA, LG Köln und Abmahnungen – Warum bloggen in DE kaum noch Spaß macht…

Einige werden sich bestimmt schon wundern warum auf blackfear.de in den letzten Wochen so wenig passiert. Zum einen liegt es daran, dass ich beruflich zur Zeit wirklich angespannt bin, aber das war in den letzten Jahren natürlich schon öfter der Fall und das pendelt sich auch wieder von alleine ein. Hauptgrund ist vielmehr die immer schlimmer und verwirrender werdende Rechtslage in Deutschland und die damit fehlende Motivation zu bloggen. Nachdem wir bereits eine Abmahnung hinter uns haben, bin ich für dieses Thema natürlich besonders sensibilisiert. Sämtliche Inhalte auf blackfear.de werden geprüft, beim Urheber angefragt, alle Texte sind selber geschrieben und ich versuche mich natürlich immer auf den neuesten Stand bzgl. der Rechtslage in Deutschland zu halten. Das Ganz ist ziemlich zeitaufwendig und anstrengend, aber blackfear ist nun einmal mein Hobby und ich tue es gerne.
In den letzten Tagen haben mich aber mal wieder ein paar aktuelle Entwicklungen völlig aus der Bahn geworfen, die mich einfach nur wütend machen. So hat unser Lieblings-LG Köln mal wieder ein Urteil mit möglichen, schweren Folgen für das gesamte deutschte Netz gefällt. Die völlig weltfremden hoehen Herren auf Köln haben beschlossen, dass man den Urheber eines Bildes innerhalb eines Bildes nennen muss. Ja ihr habt richtig gelesen, innerhalb (!) des Bildes, weil man sonst bei „Rechtsklick -> Bild anzeigen“ den Urheber nicht sehen kann. Blöd nur, dass man Bilder in der Regel auch nicht bearbeiten darf, also kann man den Urheber dort gar nicht rein schreiben. Details dazu könnt ihr z.B. bei Golem.de finden. Dieses Urteil beschränkt sich im Moment zwar auf einen Einzelfall, aber findige Abmahnanwälte (die Schimpfwörter, die ich jetzt schreiben wollte spare ich mir mal lieber aus Angst einer Klage) arbeiten schon daran, wie sie dieses Urteil für sich nutzen können.
Und dann hat die GEMA diese Woche den Vogel komplett abgeschossen. Nach dem Vorbild der österreichischen Verwertungsgesellschaft AKM planen die nun für eingebettete Youtube-Videos Geld zu verlangen. Sprich, blackfear.de zeigt euch einen neuen Trailer zu einem Film und muss für dessen Hintergrundmusik Geld an die GEMA abdrücken. Da fehlen mir die Worte. Blogger, Facebook-Nutzer und jeder der irgendwo irgendwas teilt wird so mal wieder zur finanziellen Melkkuh dieser ohnehin schon mehr als fragwürdigen, staatlich legitimierten Gesellschaft. Weitere Infos dazu findet ihr auf zdnet.de.

Deutschland entwickelt sich Dank völlig überforderten Richtern, gehässigen Abmahn-Abzockern und Institutionen mit dubiosen, staatlichen Hintergrund immer mehr zu einem digitalen Niemandsland. Wer will denn in Deutschland noch bloggen? Wer traut sich noch? Und was ist mit den Sozialen Netzwerken? Es ist immer mehr nur noch eine Frage der Zeit, bis jeder einzelne Nutzer dort zur Kasse gebebten wird, wenn sich nicht bald mal etwas ändert.
Für mich stellt sich da natürlich die Frage ob das Risiko blackfear.de weiter zu führen überhaupt noch tragbar ist. Wie viel ist einem das eigene Hobby wert? Gibt es alternative Lösungen? Ich hatte schon gedacht blackfear künftig im Ausland zu hosten und nur noch auf englisch, für internationales Publikum ausgerichtet, zu schreiben. Mein Grundgedanke, damals bei der Gründung, war es aber ein deutsches Endzeit-Portal zu schaffen, da es meines Erachtens keine vernünftigen, deutschen Ressourcen für dieses Gerne gibt. Ich wollte diese Lücke füllen und wenn ich den Klickzahlen glauben darf, habe ich das auch geschafft. Und natürlich macht es mir nach wie vor sehr viel Spaß, aber die oben genannten Dinge hemmen einfach die Motivation zum schreiben. Klar, gebe ich (oder besser gesagt wir) nun nicht auf. Wir versorgen euch auch weiter mit postapokalyptischen News, aber mir ist es wichtig euch für diese Themen zu sensibilisieren. Schließlich betrifft uns das ja alle. Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich die Rechtslage weiter entwickelt und zu gegebener Zeit werde ich meine Konsequenzen daraus ziehen müssen. Wie dass dann aussieht, kann ich euch noch nicht sagen, aber wie sagt man so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt ;)

In diesem Sinne,
Thompsen

4 thoughts on “GEMA, LG Köln und Abmahnungen – Warum bloggen in DE kaum noch Spaß macht…”

  1. Philipp Duhn says:

    Lasst euch von den deutschen Spielverderber-Gesetzen nicht ins Handwerk pfuschen, ihr leistet tolle Arbeit und ich besuche eure Seite regelmäßig, wie viele andere auch. Das dürfen wir uns doch nicht einfach kaputt machen lassen, weil ein Haufen von geldgierigen Mistsäcken Langeweile hat.
    Weiter so!

    1. Thompsen says:

      Vielen Dank, das denke ich mir auch immer wieder. Und wie gesagt, klar geht es hier weiter :)

  2. Prospector says:

    Ich finde blackfear.de auch richtig klasse.
    Lasst euch nicht unterkriegen ;)

  3. Sophie says:

    Echt nicht zu fassen! unglaublich was Gema und andere geldgierige Institutionen alles anstellen um noch mehr Geld aus der Bevölkerung zu pressen!
    Ich sehe das ganze sehr kritisch und hoffe einfach, dass es nicht noch schlimmer wird…
    Geld dafür zu verlangen, dass man „Werbung“ bzw über einen Trailer o.ä. berichtet ist unerhört. Das wird auch nicht im Interesse der Filmindustrie sein, immerhin ist es ja deren Ziel möglichst bekannt zu werden um hohe Besucher- oder Einschaltquoten zu haben.
    Gerade über so professionell geführte Blogs sollte diese Industrie dankbar sein und die GEMA sollte sich wirklich überlegen, ob die einen Unterhaltungsfriedhof in Deutschland verantworten kann bzw will…

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