Mass Effect 3 (Xbox 360) – Rezension / Test

Mass Effect 3

Bild: Amazon.de

„Take Back Earth“ – mit diesem Satz wurde der neue Spross der Mass Effect – Reihe wochenlang angeteasert, untermalt mit Szenen, in denen die Erde kurz vor der totalen Zerstörung steht. Als Endzeit- und Mass-Effect-Fan wurde ich natürlich gleich richtig heiß auf den Titel, aber ist dieser wirklich so gut, wie es der Hype verspricht? Dies soll kein reiner „Test“ werden, sondern eine Betrachtung des Spiel aus Sicht eine Endzeit-Fans:

Worum geht es in dem Spiel?
Wie wir in den Vorgängern bereits erfahren haben, gibt es in Mass Effect die geheimnisvolle Rasse der Reaper, die es anscheint darauf abgesehen hat, jegliches Leben im Universum auszulöschen. Und nun scheint es so weit zu sein: Eine riesige Reaper-Armee greift unseren Planeten an und legt alles und jeden in Schutt und Asche. Die Menschen leisten zwar erbitterten Widerstand, aber das reicht nicht. Darum wird unser Held Commander Shepard aus seinem Arrest wieder in den aktiven Dienst berufen um Hilfe zu organisieren. Seine Aufgabe besteht darin, die größtenteils verfeindeten Völker bekannten der Galaxie zu vereinen, um so die Reaper zu schlagen und die Erde zu befreien. Während seine Kameraden auf unserem Planeten versuchen zu überleben muss er sich mit Politik, Verrat und Verschwörungen umher schlagen um so das Leben in der Galaxie retten zu können. Dabei erfährt er die vermeidliche ganze Wahrheit über die Reaper und über sich selbst…

Mein Eindruck:
Gleich vorweg gesagt, ich habe vorher nur den ersten Teil der Reihe gespielt und habe auch kaum den Hype um das Spiel verfolgt. Darum bin ich relativ unvoreingenommen an das Spiel ran gegangen. Ich hatte zwar hohe Erwartungen, aber was dann kam hat mich doch überrascht.
Kommen wir zuerst einmal zum technischen Eindruck.  Dieser lässt sich relativ kurz zusammen fassen: Die Grafik ist bombastisch, die Soundkulisse ist einfach perfekt und die Steuerung geht selbsterklärend und leicht von der Hand. Allerdings hatte ich auch ein paar Bugs im Spiel. So hingen meine Begleiter zwischendurch gerne mal an irgend welchen Ecken fest und haben dann auch nicht mehr auf Befehle reagiert. Hier musste ich immer warten, bin ich die Levelpassage durch hatte, damit sie wieder zu mir „gebeamt“ werden. Zum Anderen ist meine Box zwei mal beim Start einer Zwischensequenz abgestürzt. Das war es aber auch schon an technischen Fehlern. Der Rest ist perfekt und das Trailer-Video zeigt mehr als tausend Worte sagen könnten.

Kommen wir nun also zum eigentlichen Kern des Spiels, der Story. Diese ist eine super spannende Mischung aus Endzeit- und SciFi-Epos, der sich durch die ganze Galaxie zieht. Als Spieler lernt man die bereits bekannten Völker noch besser kennen, hilft ihnen ihre Konflikte zu lösen um sie so für den gemeinsamen Endkampf zu gewinnen. Dabei wird man aber immer wieder vor wichtigen, moralischen Entscheidungen gestellt. Es ist unmöglich allen Interessen der unterschiedlichen Rassen nachzukommen, ohne einer anderen auf die Füße zu treten. Und diese Entscheidungen haben oft verheerende Folgen, so dass man als Spieler immer wieder überlegt ob diese und jene Entscheidung nun richtig oder falsch war. Mass Effect 3 spielt regelrecht mit dem eigenen Gewissen. Aber man wird unermüdlich nach vorne getrieben, immer mit dem Gedanken, dass sonst die gesamte Menschheit und alle Freunde (und Geliebten) sterben würden.
Diese apokalyptische Stimmung ist allgegenwärtig und wird zum Ende hin immer intensiver. Wenn man dann letzten Endes vereint mit den anderen Völkern und seinen Freunden zusammen auf die Erde zurückkehrt um diese im finalen Kampf zu befreien, sitzt man fast mit Ehrfurcht vor dem Fernseher. Man hat das Gefühl die Characktere, die man wärend des Spiels so lieb gewonnen das letzte mal zu sehen und dass nun wirklich alles auf einer Karte steht. Zumindest für mich war das Gefühl noch in keinem anderen Spiel so intensiv, unbedingt Siegen zu müssen, da einfach zu viel davon abhängt. Es war einfach verflucht apokalyptisch, spannend und episch. Anders kann man das nicht beschreiben.
Die Geschichte fesselt von Anfang bis Ende und man muss dieses Spiel einfach gespielt haben

Fazit:
Mass Effekt 3 ist eines der epischsten, apokalyptischen SciFi-Abenteuern, die es in der Spielewelt gibt. Sowohl SciFier, als auch Endzeit-Fans müssen hier einfach zugreifen!
Für die Bewertung-Nerds unter euch: 9,5 von 10 Punkten! ;)

Hierzu kaufen:

Mass Effect 3 – [Xbox 360]

Preis inkl. MwSt (zzgl. Versand): EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen (166 Kunden Reviews)

23 Neu & Gebraucht ab EUR 3,67

*****ACHTUNG****** NUN WERDEN EIN PAAR SPOILER FOLGEN:

Meine Meinung zu den Kontroversen:
Im Internet gibt es einen großen Aufschrei, dass das Ende von Masse Effect 3 enttäuscht und die Entwickler nicht das gehalten haben, was versprochen wurde. So sollte es z.B. 16 völlig verschiedene Enden geben, die es aber nur bedingt ins Spiel geschafft haben. Es gibt zwar unterschiedliche Enden, diese entscheiden sich aber nur durch ein paar Details. Im Grunde sind es immer die selben Sequenzen, in denen nur einzelne Farben oder Figuren ausgetauscht wurden. Viele Spieler fühlen sich daher durch EA getäuscht und sind mit dem Spiel mehr als unzufrieden.
Natürlich kann ich das nachvollziehen, aber auf der anderen Seite frage ich mich ernsthaft immer wieder: Warum lässt man sich auf  Hypes ein und hört auf die Versprechen der Entwickler? Die Erfahrung mit unzähligen anderen Spielen hat doch gezeigt, dass dies meist nur heiße Luft ist. Geht man also unvoreingenommen in das Spiel, wird einem das geliefert, was man bestellt hat. Ein grandios SciFi-Abenteuer mit einer epischen Geschichte. Natürlich kann man das ein oder anderen als unlogisch empfinden, was aber eigentlich nur daran liegt, dass das Ende Interpretationssache ist. Dazu gibt es viele, coole Theorien im Netz, auf die ich nun aber nicht weiter eingehen möchte.
Meine Frage daher an die Kritiker: Wärt ihr auch von dem Spiel enttäuscht, wenn ihr zuvor nicht den ganzen Hypes gefolgt wärt? Ich denke nicht, da die Story in sich schlüssig, interpretierbar und dadurch noch einen Tick interessanter wurde. Wer mag schon Enden, in denen nichts mehr der eigenen Fantasie überlassen wird? ;)

5 thoughts on “Mass Effect 3 (Xbox 360) – Rezension / Test”

  1. Chris says:

    Klasse, dein Review. Danke! Denke am WE werd ich auch mal loslegen, und meine Shepardline wieder reaktivieren! Geil.

    1. Thompsen says:

      Shepardline? Dann halte dich an Samantha Treynor… du wirst dann schon verstehen warum ;)

  2. Ichsen says:

    ME 3 ist sicher kein schlechtes Spiel. Es sieht nett aus, spielt sich schlüssig und hat sogar Figuren, die sowas wie einen Charakter haben.
    Trotzdem sollte man das Aber nicht vergessen, und das wird hier irgendwie totgeredet:
    Aber ME 3 ist der Abschluss einer der besten Rollenspielserien der letzten 10 Jahre.
    Und dieser Aufgabe wird es nicht gerecht. Ich für meinen Teil fand noch nicht einmal das Ende (was, seien wir ehrlich, eingeschlafene Füße als spannend und wünschenswert erscheinen lässt)enttäuschend, als viel mehr das gesamte Konzept. Denn wie hier so schön steht, es lässt einen nicht los. Das tut es aber auf negative Art und weise, denn man kann sich nicht von der Haupthandlung lösen. Keine Planeten zu Erkunden, keine Nebenquests, einfach nur eine, bis eben auf das Ende, ganz nett erzählte Si-fi Geschichte.
    Dazu kommt noch der technische Aspekt, der offen gesagt nicht ansatzweise die lange Entwicklungszeit rechtfertigt, was mich zwar nicht sonderlich interessiert, aber nunmal der Fluch einer Serie ist, die sich durch grafische Maßstabssetzung in aller Munde gebracht hat.
    Ab dem Punkt mit dem Hype wird die Rezession ein wenig albern wie ich finde. Natürlich kaufe ich mir den dritten Teil einer Serie, weil mich die ersten beiden Teile gefesselt haben.
    Wie Einstiegs erwähnt, ME3 ist ein nettes Spiel mit komischem Ende, wenn man es denn als einzelnes Spiel betrachtet. Aber das geht eben nicht für die „wahren“ Fans, und so bleibt einem nur die Ernüchterung, dass man es mit einem einfach unfertig wirkendem Abschluss einer genialen Serie zutun hat.
    Wobei das zuerwarten war, wäre ich EA würde ich auch meine besten Leute an das brandneue MMO setzen, bringt eben mehr Kohle…

  3. Tanem says:

    Über das Ende werde ich hier kein Wort verlieren. Die Diskussion ist müssig.

    Allerdings möchte ich Ichsen (und auch den Rest der das hier lesen wird) darauf hinweisen, dass ME nie als RPG mit einer riesigen frei begehbaren Welt im Stil von z.B. Skyrim konzipiert wurde, eher als selbst Spielbarer SF-Film (Dies solltest Du als „wahrer Fan“ aber eigentlich wissen).Daher finde ich nicht, dass man dies als Negativ-Punkt anfügen darf/kann.
    Übrigens gibts durchaus einige Nebenquests ;-)

  4. scheini says:

    WOW die Grafik im Trailer sieht ja wirklich atemberaubend aus. Ich bin nicht der typische Zocker, da leider seit ein paar Jahren die Zeit fehlt. Aber kann man solch eine Grafik wie im Trailer gezeigt wird auch im Spiel erwarten? Wenn dem so ist, würde ich mich ja glatt für ein Wochenende hinreißen lassen . :-)

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: