ÖDLAND Erstes Buch Der Keller – Rezension / Kritik

ÖDLAND Erstes Buch Der Keller

Rezensent: Dirk Wendt

Inhalt:
Hagen ist ein vom Ödland gezeichneter Mann, der das karge Gebiet nach einer Katastrophe, die vor 30 Jahren stattfand,  auf der Suche nach Nahrung und Wasser durchstreift. Nach einem erfolglosen Plünderungsversuch eines Baumarkts folgt der einsame Wanderer einer Strasse und trifft auf eine junge Frau. Sie scheint keine Angst vor ihm zu haben, als er näher kommt, läuft sie langsam vor ihm weg, er wird schneller, sie wird schneller. Sie scheint mit ihm zu spielen.

So geht es eine ganze Weile, bis er die junge Frau überrascht und fast zu fassen bekommt. Schnell rennt sie vor ihm weg und Hagen sieht, wie sie hinter einer Dornenhecke verschwindet. Er weiß, in der Gegend soll es eine geheime Zuflucht geben. Hatte er sie nun gefunden? Der Wanderer dringt in diese geheime Zuflucht ein, verfolgt die Frau bis zum Dorfplatz, wo sie auf ihn wartet. Sie reicht ihm ein Becher aufbereitetes Wasser, nach dem zweiten runter gestürzten Becher, fällt ihm auf, niemand ist da. Er betrachtet die junge Frau, als er ihre Tätowierung unter dem rechten Auge sieht, erschrickt er, Hagen kennt sie. In dem Moment stürzen die Bewohner des Dorfs auf ihn. Eine Falle!

Mega, so nennt sie sich, scheint den Ödlandwanderer ebenfalls zu erkennen, in Panik ergreift sie die Flucht, nicht wissend, woher sie ihn kennt.

Rückblende: Mega lebt in einem Keller unter einer Universität, mit ihr leben nur noch wenige Personen dort, hauptsächlich Akademiker. Sie hat gelernt still zu sein, aus Angst, dass Plünderer die Überlebenden der Katastrophe evtl. hören könnten. Einer der Überfälle ereignet sich an ihrem 19. Geburtstag, doch alles geht gut. Ihr engster Freund ist Mark, ein Junge, gerade mal drei Jahre älter als sie es ist. Er erzählt ihr, er habe eine geheime Aufgabe bekommen, dürfte aber nicht darüber sprechen. Sie wird verstehen. Als er sie küsst und mit ihr schlafen will, schickt sie ihn weg. Er sagt ihr, sie würde vielleicht nie mehr die Chance bekommen. Am nächsten Tag ist er weg.

Nach einigen Wochen findet Mega heraus, was Marks geheime Aufgabe war und die Wissenschaftler eröffnen ihr etwas Schlimmes. Mega wird gebeten den Keller mit einem Auftrag zur Rettung der „Kellermenschen“ zu verlassen. Nach einem harten Training und dem Bau eines Liegefahrrads verlässt sie den Keller um ihren Auftrag zu erfüllen.

Die Geschichte erzählt zwei Zeitlinien, einmal die Geschichte von  Hagen und von dem Moment an wo die Beiden zusammentreffen Megas Zeit bei den Kellermenschen und ihren Auftrag in Rückblenden.

Meinung:
Der Titel des Buchs lässt schon vermuten, in welcher Welt diese Geschichte spielt. Ein Endzeitszenario vom Feinsten. Die Welt ist am Abgrund, eine Katastrophe (es wird nicht näher darauf eingegangen, ich hoffe im zweiten Band werden wir mehr erfahren) veränderte das Antlitz der Welt grundlegend. Die Welt besteht nur noch aus Ruinen, Wälder existieren nicht mehr, alles liegt brach und tot vor den Helden. Überleben ist kaum mehr möglich. Meiner Meinung nach würde sich jeder Endzeit-Fan in diesem Buch wohlfühlen, ich tat es, muss aber zugeben, nicht von Anfang an. Die Atmosphäre die verbreitet wird ist sehr gut, aber gerade am Anfang kam ich ins stolpern beim Lesen.

Hagen verfolgt Mega, landete in einer Falle. Er schafft es schließlich sie einzuholen (s. Inhaltsangabe). Ein paar Kapitel später verfolgt Hagen das Mädchen noch mal, dieses Mal markiert Hagen aber die Falle. Im Verlauf der Geschichte wird klar, weshalb. Wieso er aber beim ersten betreten der Falle nicht gleich diese markiert, obwohl beide Absätze die Erzählung aus seiner Sicht erzählen, brachte mich ins stocken.

Ein zweiter Kritikpunkt, Mega feiert ihren 19 Geburtstag, in Kapitel 5 wird erzählt sie sei vor 13 Jahren in den Keller gekommen, in Kapitel 6 wird gesagt, der Tag, an dem sie aufgenommen wurde im Keller sei ihr „Geburtstag“ da sie nicht wisse, wann sie wirklich geboren wurde, dieser Tag sei vor 19 Jahren gewesen. Eine kleine Diskrepanz.

Drittens fiel mir die Rangfolge bei den Plünderern auf, die das Dorf im Moor überfielen, der Anführer hatte bei den gefangenen Frauen die erste Wahl, danach kam die Nummer 2 (normale Rangfolge), als Rechte Hand des Kopfes der Plündererbande müsste Stellgar als zweites wählen dürfen, doch der die zweite Wahl hat ist Roderick.

Das sind die einzigen drei Punkte, die mir aufgefallen sind. Kein Problem für die Erzählung, es ist mir nur aufgefallen.

Die Geschichte selbst ist jedoch gut zu lesen, was mich freut, Christoph Zachariae benutzt auch mal kurze Sätze oder auch nur Ein-Wort-Sätze.  Ich finde solche Satzbauten beschleunigen das Lesen und lassen mich teilhaben an der Geschwindigkeit der Situation und unterstreichen gefährliche Stellen im Buch. So etwas gefällt mir persönlich sehr gut.

Fazit:
Alles in allem erzeugt die Geschichte eine gute Endzeit-Atmosphäre, wie Christoph Zachariae die Welt in einer möglichen Zukunft nach einer Katastrophe beschreibt ist für mich genau das, wie ich sie mir vorstellen würde. Ich bin früher als Jugendlicher öfters durch die Strassen von Berlin gelaufen und dachte mir in der Menschenleere, wie würde der Straßenzug oder die Stadt wohl aussehen, wenn alles zerstört würde. Diese Vorstellung ist mit Ödland gut umgesetzt worden.

Ich empfehle dieses Buch allen Endzeitfans und frage mich, wann wird der zweite Band veröffentlicht, denn ich möchte bei DEM Ende des ersten Bandes jetzt wissen, wie geht es mit Mega weiter und woher kannten sich Hagen und Mega? Was wird aus den Kellermenschen?

ÖDLAND Erstes Buch Der Keller

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4.1 von 5 Sternen (116 Kunden Reviews)

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6 thoughts on “ÖDLAND Erstes Buch Der Keller – Rezension / Kritik”

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  3. MadMike says:

    Mit solchen kleinen Ungereimtheiten kann man ja noch leben, habe da schon viel schlimmeres gelesen. Gerade bei solchen Erstlinkswerken.
    Bald habe ich Urlaub, dann kommt das Buch auf meinen Reader. Ich bin gespannt, ob sie ins Gewicht fallen.

  4. Leprechaun says:

    Sie fallen nichts ins Gewicht, wie schon oben geschrieben, aber ich wollte es nicht unerwähnt lassen.
    Mittlerweile weiß ich auch, wieso es so geschrieben wurde, wie es geschrieben wurde ;-), aber verraten will ich es an dieser Stelle nicht.

    Ich wiederhole hier aber auf alle Fälle meine Kaufempfehlung, denn es ist ein wirklich gutes Buch.

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