Resident Evil – Operation Raccoon City – Test

Der regelmäßige Leser von blackfear.de wird sicherlich wissen, dass ich ein großer Resident Evil Fan bin. Das betrifft sowohl die Spiele, als auch die wirklich gut gemachten Kinofilme. Doch im Netz werden die Stimmen lauter das Capcom dieses Franchise immer weiter ausbluten lässt. Angeblich wird dies mit dem Spiel „Resident Evil – Operation Raccoon City“ auf die Spitze getrieben, weil es in der entsprechenden Fachpresse fast durchgehend schlecht abgeschnitten hat. Aber ist der neuste Ableger der erfolgreichen Reihe wirklich so schlecht? Zeit sich das Ganze mal anzuschauen!

Worum geht es in Operation Raccoon City?
Anders als in allen anderen Teilen der Serie kämpft ihr zum ersten Mal auf der Seite der Umbrella Cooperation, dem Unternehmen das hinter dem T-Virus steht und dafür über Leichen geht. Im Mittelpunkt stehen die Ereignisse rund um den Ausbruch des Virus in Raccoon City. Man schlüpft in die Rolle einer Eltie-Einheit, die aus einer Reihe von Umbrella Spezialisten besteht und bekommt den Auftrag alle Spuren zu vernichten, die Umbrella mit diesen Geschehnissen in Verbindung bringen könnte. Während man sich dabei durch Horden von Zombies und Regierungstruppen kämpft trifft man auf Leon S. Kennedy und Claire Redfield, die sich als harte Gegner erweisen. Umbrella geht bei diesem Einsatz aber alles andere als zimperlich mit seiner Spezialeinheit um, sodass man sich früher oder später die Frage stellt, auf welcher Seite man stehen sollte…

Mein Eindruck:
Ich habe die PC-Version gespielt und damit auch mein erstes „Games for Windows Live“ Spiel. Das heißt, ich musste ähnlich wie man es von Steam auch kennt, diese Microsoft Plattform installieren und einrichten. Das war allerdings gar nicht so einfach. Als Xbox-Spieler habe ich zwar einen Microsoft Live-Account, sodass ich mich dort sofort einloggen konnte, aber leider musste dieses System ein Update nach dem Anderen herunter laden. Das war mehr als nervig da es immer wieder Verbindungsabbrüche und diverse Neustarts gab. Nach gut einer halben Stunde war das Spiel aber endlich installiert und konnte gestartet werden. Hier fiel mir auch gleich wieder ein, warum ich als Spieler damals auf die Konsole umgestiegen bin. Aber egal, Operation Raccoon City lief endlich und ich konnte loslegen.

Nachdem ich die Grafik meinem Rechner und die Steuerung meinen Bedürfnissen angepasst hatte ging es endlich los. Dabei fiel sofort auf, dass das Spiel für Konsolen ausgelegt ist, da man auf dem HUD (Anzeigen wie Gesundheit und Tasten für Waffen) die Controller-Symbole erkennen konnte. Aber ich muss sagen, dass ich von der Steuerung angenehm überrascht war. Man bewegt seinen Charakter in der Schulterperspektive per WASD + Maus durch die Welt, was sehr leicht und flüssig von der Hand geht. Wer schon ein paar Shooter auf dem PC gespielt hat, dürfte hier keine Probleme haben. Auch das Deckungssystem ist selbsterklärend und simpel in der Bedienung. Hier wurde eigentlich alles richtig gemacht.

Nach einer kurzen Intro-Szene in Spielgrafik ging es auch schon gleich in den Kampf und sofort wurde eines klar: Hier steht Aktion im Vordergrund. Ich habe mich von einer Deckung in die nächste begeben und dabei auf die zahlreichen Feinde geballert, während meine Computer-Kollegen eher nur Sperrfeuer gaben. Dabei wurde eines schnell klar. Die sind dumm wie Stroh. Obwohl sie alle spezielle Fähigkeiten besitzen, setzten sie diese kaum, oder wenn doch, falsch ein und sind mir somit keine große Hilfe. Hat man sich daran aber erst einmal gewöhnt spielt man Operation Raccoon City eher wie eine Shooter in der man ohne Team unterwegs ist und setzt seine CPU-Kameraden nur als Kanonenfutter ein, was dann auch erstaunlich gut ging.

Die Gegner sind auch nicht gerade die hellsten, stellen aber Aufgrund der Masse und aus dem Mix der unterschiedlichen Gegnertypen (oft steht man Zombies und Kampfeinheiten gegenüber) trotzdem eine Herausforderung dar. Vor allem, wenn dann die „Bossgegner“ auftauchen. Hier muss man teilweise doch sehr taktisch vorgehen, während man im Rest des Spiels eher in rambomanier durch rennen kann. Allerdings ist an manchen Stellen auch nur eine Flucht sinnvoll.

Das eigentlich was mich aber zum Weiterspielen motiviert hat ist die Story. Es ist cool mal zu erfahren wie Umbrella arbeitet und wie die „Angestellten“ mit diesen Befehlen umgehen. Und da man dabei noch alte Bekannte wie Leon S. Kennedy und Claire Redfield trifft möchte man immer mehr erfahren. Hier ist dann aber auch, zumindest für mich, der Knackpunkt. Auf der einen Seite ist die Geschichte sehr spannend und treibt einen voran, aber auf der anderen Seite ist sie auch sehr voraussehbar. Es gibt keine spannenden Wendungen oder großartige Überraschungen. Und sie ist kurz, verdammt kurz. Nach zwei Abenden war ich durch. Für ein Resident Evil ist das eher enttäuschend.

Da ich mir der Solo-Kampagne durch war, habe ich mich also an den Multiplayer gemacht. Hier kann man kooperativ die Kampagne spielen, was mit Freunden sogar relativ viel Spaß macht, oder typische Deathmatch- und Capture-the-Flag-Gefechte austragen, die aber weitaus weniger Spaß machen.

Mach das Spiel denn nun Spaß?
Ein klares „jaein“. Der Solopart unterhält mittelmäßig, aber für einen Abend mit drei Kumpels in einem dunklen Raum mit Laptops und einer Kiste Bier ist das Spiel genau richtig. Die Kampagne lässt sich Kooperativ in einer Nacht durchspielen und macht dann auch richtig Spaß. Für mehr würde ich Operation Raccoon City aber nicht empfehlen.

Fazit:
Kooperativ kurzweilig durchaus überzeugend, als Singelspieler oder für die Langzeitmotivation eher enttäuschend. Resident Evil Fans sollten aber dennoch einen Blick riskieren, ein paar Freunden zusammen trommeln und einen netten Abend mit dem Spiel veranstalten. Es lohnt sich!

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