The Walking Dead – eine enttäuschende 4. Staffel!

Ich bin mir sicher, dass vielen Fans schon bei der Überschrift dieses Postings die Hutschnur hochgeht, aber die vierte Staffel meiner (Ex-) Lieblingsserie war einfach nur enttäuschend. Vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich bereits die technische Umsetzung, um genau zu sein die Synchronisation kritisiert. Ich erntete dafür Spott und Häme in einigen Kommentaren, aber ich stehe nach wie vor dazu. In einigen Episoden war die deutsche Syncro so verdammt schlecht, dass ich schon fast abschalten wollte. Aber gut, ich möchte hier nicht auf die Technik rumreiten, denn bei The Walking Dead geht es um viel mehr, die Geschichte.

Eigentlich bin ich ein großer Fan des Franchises, habe alle Comics, lese die Bücher und besitze sogar dieses merkwürdige Brettspiel. Alles in allem finde ich die Geschichte rund um Rick und seinen Sohn Carl sehr interessant und spannend, nur leider nicht in der TV-Serie. Die ersten beiden Staffel fand ich großartig, die dritte war mir schon zu sehr in die Länge gezogen, aber die aktuelle, vierte Staffel hat die Erzählweise einfach auf die Spitze getrieben. Die Story wurde so verdammt langsam und zäh erzählt, als wollten die Autoren jedes noch so unspektakuläre Ereignis ausschlachten um die Serie in ihrer Gesamtheit unendlich in die Länge zu ziehen. Selbstverständlich ist The Walking Dead eine Serie in der die Charaktere und deren Entwicklung bzw. Beziehungen im Fokus stehen. Das ist auch gut so, aber inzwischen wissen wir, dass man so etwas deutlich spannender gestallten kann. Breaking Bad, The Shield und ähnliche zeigen, wie man Charaktere in den Fokus stellt, wie man seine Zuschauer mitfiebern lässt. The Walking Dead versucht genau dies aufzugreifen, zieht sich dabei aber inzwischen wie ein zäher Kaugummi hin, der an Langeweile kaum zu übertreffen ist.

Lediglich das Staffelfinale gibt wieder etwas Grund zur Hoffnung. Die duale Erzählweise in den zwei Zeitlinien hat Abwechslung in die Episode gebracht und so für eine deutlich schnellere, dynamische Storyline gesorgt. Ricks Entwicklung wurde auf den Punkt gebracht, ohne sie noch einmal auf fünf weitere Episoden auszudehnen. Und es ist endlich mal was passiert. Die Gruppe ist wieder zusammen, zumindest mehr oder weniger, Terminus wurde erreicht und Rick wird wieder der Anführer, der wirklich alles tut um seinen Sohn zu schützen. So will ich jede Folge The Walking Dead erleben. Die Handlung soll einfach etwas zügiger voran kommen und durch geschickte Elemente wie solche Rückblicke ist es so trotzdem möglich Tiefe in die Serie zu bringen. Allerdings fehlt auch hier wieder die Überraschung. Es ist einfach zu Offensichtlich was Terminus ist und was für Menschen dort leben. Das war es schon als Glenn dort ankam.

Leider rettet aber eine einzige gute Episode keine komplette Staffel und so muss ich ehrlich zugeben, dass mich die vierte Staffel dermaßen gelangweilt hat, das The Walking Dead längst nicht mehr den Stellenwert bei mir hat, wie es noch vor gut einem halben Jahr hatte. Klar sprengte die aktuelle Staffel mal wieder alle Einschaltquoten, aber das liegt meiner Meinung nur daran, dass AMC (und in Deutschland FOX) alles daran setzten den Hype um die Serie künstlich am Leben zu erhalten. Egal wo oder was man liest und sieht, früher oder später stößt man immer auf The Walking Dead. Das Werbebudget ist unfassbar hoch, aber ich würde mir wünschen, dass dieses Geld eher in bessere Autoren und eine bessere deutsche Syncro gesteckt wird.

Ich bin gespannt wie es weitergeht… und wenn sich nichts ändert, ob die Serie über kurz oder lang untergeht.

11 thoughts on “The Walking Dead – eine enttäuschende 4. Staffel!”

  1. Ellen van Thom says:

    Ich stimm dir voll und ganz zu.

    Da ich im Original kucke, war mir die Synchro wurst ;). Aber ich musste mich echt überreden mich Montags hinzusetzen und TWD zu kucken.

    Daryl, Carl, Glenn und Rick sind anscheinend unverwundbar, denn egal was passiert, die überleben eh… (siehe die Verfolgungsszene in Terminus… [wenn die immer so schiessen, frag ich mich, wie die überleben konnten]). Ich fands grauenhaft langweilig….

    Ich hab aber gelesen, dass die 5. Staffel wieder blutiger und mit mehr Zombies sein soll… Hoffen wir das beste…

    Ich finde, dass hat ein bisschen was von LOST. Alles is ätzend in die Länge gezogen, mit fiesen Cliffhangern und die Hauptcharaktere können machen was sie wollen, die sterben eh nich…

    1. Thompsen says:

      Hoffen wir das Beste.
      Allerdings kurz was zu der Verfolgungsszene in Terminus: Die Schützen haben absichtlich vorbei geschossen, um die Flüchtigen in eine bestimmte Richtung zu treiben. Warum das Ganze?
      ACHTUNG, VERMUTETER SPOILER: Die Bewohner von Terminus sind Kannibalen und essen Menschen. Achte mal auf den Grill, alle scheinen gut genährt zu sein, das Anlocken der Menschen und diese Treibjagd. Für mich ist das schon zu offensichtlich und dadurch wieder langweilig.

      1. Ellen van Thom says:

        Hm, stimmt. Daran hab ich nich gedacht :D.

        Aber irgendwie war klar, dass es ne Falle is, seit die „Knastis“ das erste Schild gesehen haben…

    2. hoschi says:

      du hast ernsthaft nicht gepeilt das sie die gruppe in eine bestimmte richtung lenken?? es wird sogar an einer stelle erwähnt.die schützen rufen sich irgendwas zu im sinne von „haltet sie auf dem weg“. und die einzigen offenen türen und wege waren mit „A“ markiert, was übrigens der Titel der Folge war. vielleicht soltest du lieber überdenken die serien auf englisch zu schauen.

  2. Pingback: The Walking Dead – Was ist Terminus? | Blackfear - Endzeit
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  4. Andrew Newmann says:

    Aber warum sollten sie Kanibalen sein ? Es gibt doch genug Wild im Wald. Andererseits ging es am Anfang der letzten Folge in den Gesprächen sehr oft über Hunger und gutes Essen.
    Mmh, man wird sehen…

  5. Raven says:

    Moin

    Interessante Sichtweise ich stimme dir weitestgehend zu .
    Die 2te hälfte der Staffel war wirklich etwas fade dafür aber die erste hälfte umso besser. Ich empfand es als unglaublich spannend was alles im Gefängnis passiert ist mit der Grippe und auch Rick der versucht hat aus seinem Sohn keinen Killer werden zu lassen und auch Carol die wiederum den Kids das töten beibringt es waren nach jeder Folge ein paar Fragen geklärt aber umsieht wieder offen.
    Wer hatte die Leichen verbrannt ? Wer die Walker gefüttert ?
    Überlebt tyrese den Angriff ?
    Und so ging es von Folge zu Folge bis man den govenor zusehen durfte und sogar etwas Mitleid mit ihm hatte, klar war natürlich was er vorhatte aber die Umsetzung war dennoch spannend .
    Nach der MidSeason war etwas die Luft raus aber auch hier alles andere als langweilig.
    Wo war Glen ?
    Findet er Maggie ?
    Wer hat Beth entführt ?
    Wie reagiert tyrese auf Carol ? Geht es Judith gut ?
    Klar hätte man es spannender und mit mehr Action machen können aber so war es doch eine sehenswerte Abwechslung.

    Die deutsche syncro ist wie bei fast allen filmen und Serien extrem schlecht klar aber dafür kann die Serie nix und im Vergleich zubereiten wie Serien wie zB arrow sogar fast akzeptabel

    Ich für meinen Teil freue mich auf die neue Staffel und bin gespannt wie es weiter geht

    In diesem Sinne Cya ^^

  6. Raven says:

    Achso und Kannibalen sind es definitiv was man auch an der Box mit abgenagten Walker und oder Menschen Knochen gesehen hatte an dem Rick und Co vorbeigerannt sind ^^

  7. Aex says:

    Wenn man ein bisschen spoilert (wers nicht wissen will HIER nicht weiterlesen) weiss man das im TWD Plot auch das Dorf der Kannibalen gibt, und an dieser Stelle ist die TV Serie jetzt angekommen.

    Leider ist die 4. Staffel ein echter Krampf geworden. Alleine die Logikfehler der letzten Folgen und die praktisch nimmer vorhandene Atmosphäre will ich gar nicht aufzählen. Es tut so weh was für eine lausige Daily Soap mit Zombies aus TWD geworden ist. Den Autoren gehts scheinbar auch nur noch darum den Plot möglichst lange rauszuziehen um viel Geld mit der Serie zu verdienen. Inhaltlich läuft das ganze ins Nirgendwo, obwohl ich als Eugenes Gruppe aufgetaucht ist, kurz mal wieder ein wenig Hoffnung geschöpft hatte.

    Man muss leider neidlos anerkennen das die Nachmacher von TWD (The Last of Us, DayZ) dem Original inzwischen beide Augen ausstechen. Aber eigentlich war mir das schon klar, seit der Produzent der ersten Staffel von AMC abserviert wurde. Was hätte aus TWD alles werden können. *kopfschüttel*

  8. Weynisse says:

    Das ganze steht und fällt mit Frank Darabont. Seit der rausgeekelt wurde ist sein Baby TWD selbst nur noch ein Zombie ;-) Und eure Statements zur Synchro…sorry, die ist völlig ok. Ich bin vom Fach und kenne die Produktionsbedingungen etc. Deutsche Synchros sind hochwertig, da sind wir Weltmeister. Wenn ich als Aktiver aus dem Bereich das bestätige, weiß ich wirklich nicht, was es da immer zu motzen gibt. Das ist dieser unbegründete Originalton Hype. Die 4. Staffel war nicht gut, Punkt. Sehr schade, aber ohne Frank wohl unvermeidlich. Der Mann war das Hirn und Herz der Serie und hat ein unweigerliches Gespür für Stories und Dramaturgie. Wer seine Schöpfungen verfolgt hat, weiß das.

    1. Richard Baker says:

      Hallo, leider muss ich dir Wiedersprechen. Vielleicht sind die Studios hochwertig, aber die dagebrachte Leistung der Synchronsprecher ist in fast jedem Film/Serie einfach nur grauenhaft/laienartig vorgetragen. Gerade du als „Aktiver“ solltest dich nicht vor Kritik verstecken, so tun als sei die Meinung falsch.

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