Warum nicht mal ein Endzeit-MMORPG wie Ultima Online?

Ich bin leidenschaftlicher Zocker und liebe es in fantastische, idealerweise postapokalyptische Welten zu schlüpfen. Es ist wunderbar nach Feierabend noch ein Stündchen der Realität zu entfliehen um aufregende Abenteuer zu meistern und ein Held zu sein. Für uns Endzeit-Nerds gibt es da eine Menge guter Spiele, wie z.B. Deus Ex, A New Beginning, Fallout oder Borderlands, nur um mal einige zu nennen. Aber fällt euch dabei was auf? Das sind alles mehr oder weniger reine Single-Player Titel.  Natürlich gibt es auch einige Endzeit-Online-Rollenspiele wie z.B. ARGO Online oder Fallen Earth, aber seien wir doch mal ehrlich… so richtig Spaß machen die alle nicht.

Doch woran liegt das? Liegt es an „unserem Genre“? Sind postapokalyptische Titel zu speziell? Ich sage hier ganz klar NEIN und sehe die Schuld zur Zeit eher in der allgemeinen MMORPG-Kultur. Als  World of Warcraft erschien, gab es einen Ruck in dieser Branche und alle danach erschienen Spiele wollten genau so wie der Platzhirsch sein und ähnelten sich alle sehr stark, was sie auch heute noch tun. Blizzard hat gezeigt, wie man mit MMORPGs viel Geld verdienen kann und jeder wollte einen Stück vom Kuchen haben. Aber uns ältere Online-Zocker konnte dieses damals angeblich revolutionäre Spiel nur ein müdes Lächeln von den Lippen zaubern. Wir waren größeres, interaktiveres, einfach besseres gewöhnt.

Wovon ich rede? Von Ultima Online. Zugegeben, selbst damals war das von Origin entwickelte Spiel grafisch nicht auf der Höhe der Zeit, aber vom Gameplay ist es noch heute eines der besten Online-Spiele überhaupt. In diesem Spiel gab es keine, oder kaum Quets, man hatte keine vorgeschriebene Rute oder Storyline, die man abarbeiten musste. Nein, viel besser, man konnte online eine Art zweites Leben führen. Die Skills entwickelten sich nach deren Anwendung, das heißt, wenn ich z.B. Holz hacke, steigt mein Holzfäller-Skill und nicht wenn ich irgend welche dummen Punkte darauf setzen musste. Das ist nicht nur realistisch, sondern erfordert auch viel Arbeit, wenn man einen „Beruf“ ausüben wollte. Dazu gab es dann ein ausgeklügeltes Crafting-System mit dem man dann so ziemlich alles herstellen konnte, ohne dass es wie in heutigen Spielen unrealistisch oder gezwungen wirkte.
Und dann noch das Beste an dem Spiel: Es gab freies PvP. Was sich heute fast undenkbar anhört, war damals beinharte Realität. Genau wir im richtigem Mittelalter, war man nie sicher. Es gab zwar Stadtwachen, aber auch die waren für mächtige Räubergilden kein Hindernis. Natürlich gab es viele Player-Killer, die es speziell auf Schwächere abgesehen hatten, aber dafür gab es dann auch die Player-Killer-Killer, die diese Mörder gejagt und zur Strecke gebracht haben. Daraus entstand dann ein mehr oder weniger natürliches Kräftegleichgewicht.
Man hatte also sämtliche Freiheiten, egal ob man Abenteurer, Räuber oder einfacher Fischer sein wollte, man konnte machen was man wollte. Grenzen gab es kaum und es war immer spannend.

Und dann gab es da noch die Freeshards, von denen es immer noch welche gibt. Das waren private Server, die mit einem Serveremulator liefen und so ihre eigenen Regeln aufstellen konnten. So konnte man eigene Rassen und Klassen, eigene Rüstungen und Waffen und noch viel mehr andere Dinge selber erstellen. Es gab Freeshards, die haben Mittelerde nach gebaut, andere wollten eine realistische Mittelalter-Welt simulieren und andere waren einfach nur auf Spaß ausgelegt. Und das Beste daran: Diese privaten, kostenlosen Server wurden nicht von Origin abgemahnt oder verklagt. Sie wurden einfach geduldet und Spieler liebten die Ultima-Online-Engine dafür. Man musste sich lediglich das Grundspiel als Client kaufen.

Und genau so etwas wäre doch auch eine tolle Grundlage für ein Endzeit-MMORPG, oder nicht? In Endzeitfilmen ist die Welt auch knallhart, man kann niemanden trauen und wenn, dann muss man dieses Vertrauen erst verdienen. Im aktuellem Mod-Hit „The Day Z“ wird auch eindrucksvoll gezeigt, dass so etwas funktionieren kann und wir Rollenspieler keine Quests benötigen um Spaß in einer virtuellen Welt zu haben. Wir brauchen keine Vorgaben, wir brauchen Freiheit. Die Freiheit, das in einem MMORPG zu tun, was wir wollen. Vielleicht möchte ja jemand ein Badass im Wasteland spielen, der nur an sich selbst denkt und alle umbringt, aber vielleicht will auch jemand eine friedliche Gruppe für einen Neuaufbau der Zivilisation gründen.

Also liebe Entwickler, gebt uns einfach eine gute Engine. Die Geschichte schreiben wir Spieler!

Ultima Online Renaissance

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4.4 von 5 Sternen (5 Kunden Reviews)

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16 thoughts on “Warum nicht mal ein Endzeit-MMORPG wie Ultima Online?”

  1. leprechaun says:

    Hi

    Es gab mal ein echt gutes endzeit/cyberpunk mmorpg. Neocron. Man konnte berufe, skillen diverse klassen spielen und attribute aufbauen. Es war ein super spiel. Vor allem das fraktionssystem war genial. Ich weiß nicht ob es heute noch existiert. Die spielefirma ist pleite gegangen.

    1. yominoir says:

      @Leprechaun behalte mal das im auge http://www.youtube.com/watch?v=0r-nzz3yhK4
      könnte wenn nicht zu viel action und mehr taktik und einflussnahme auf den carakter eingebaut wird was werden.

      1. Leprechaun says:

        Schaut aber eher nach einem Singleplayer-Game aus oder?

  2. Leprechaun says:

    So, nach meinem Kommentar über Neocron habe ich mal ein bischen geforscht. Neocron 2.2 scheint wiederbelebt worden zu sein, vorallem durch die Community (Ich bin stolz dort ein Teil davon zu sein), die sich einfach weigert das Spiel sterben zu lassen.
    Es wird sogar von Neocron 3 gesprochen.

    Die Grafik des Spiels ist natürlich nicht mehr up to date, wenn sie es denn jemals war, aber das Spiel verbereitet eine, für mich persönlich, super Atmosphäre, wenn man durch die Strassen der Stadt Neocron läuft, die aufgeteilt ist in verschiedende Bezirke (Outzone, Via Rosso, Pepper Park etc.) in denen diverse Fraktionen (Tsunami – Ihr Vergnügen ist unser Geschäft….NEXT – Whereever you want to go today, go Next…) ihr Unwesen treiben. Andere Orte, wie Tech Haven, in denen die Angels daheim sind und sich der Technik verschrieben haben will ich nicht aussen vor lassen.

    Wenn man in der Welt unterwegs ist und den radioaktiven Sonnenuntergang erlebt hat das soviel Atmosphäre, das man manchmal nicht merkt, wenn ein Sniper einen langsam zerlegt ;-). Ich habe in dem Spiel als Pistol Spy/Hacker angefangen, war zwischendurch Rigger und habe nun, da es nur einen Server (Titan – Internationaler Server) gibt neu angefangen. Wieder als Pistol Spy, vielleicht werde ich aber auch Poker oder Resser. Wer wissen will, was das bedeutet, der muss wohl mal reinschauen ;-).

    Das Spiel ist kostenlos, es gibt PvE und PvP-Elemente und der eine oder andere macht sogar Rollenspiel.

    Bis dann Chummer,
    Lep

    1. Thompsen says:

      Ich habe Neocron damals angespielt, konnte mich allerdings gar nicht mit dem Spiel anfreunden. Einen genauen Grund kann ich gar nicht mal so genau sagen, es gefiel mir einfach nicht.

  3. J. Jam says:

    Ich bin ganz deiner Meinung. Ich selber bin Concept Artist bei diversen Games, die demnächst erscheinen und mache mir seit langem die Gedanken die auch du hast. Ein Team mit dem ich arbeite, entwickelt grade ein typisches Fantasy MMORPG, welches ein bisschen mehr von allem haben soll wie die Vorreiter. Also quasi ein standard MMO. Ich schreibe Momentan ein Konzept über genau so ein spiel wie du es dir Wünschst. Man kann sich Autos zusammen zimmern, mit denen man sicher von einer Stadt in die andere kommt, man kann sich irgend ein leerstehendes Häuschen schnappen und so verrammeln, dass man sicher ist und vor allem muss man natürlich essen suchen und sich vor infizierten in acht nehmen. Im Grunde also The book of Eli meets I am legend + Minecraft als MMO. Wenn wir also mit dem jetzigen MMO durch sind, versuche ich die Crew auf meine Seite zu bekommen, so das spiel mit mir zu verwirklichen. Ich hoffe, das wird was. Wenn also Irgendjemand das hier liest und ein Coder oder 3d artist ist der kann ja versuchen einfach mal Kontakt aufzubauen. Die Welt braucht ein brauchbares Endzeit MMO

    1. Thompsen says:

      Ich bin zwar weder Coder oder 3D Artist, aber wenn es dann soweit ist, kann ich gerne etwas Werbung für dieses Spiel machen ;)

    2. Rock_Zombie says:

      Ich hab auch nichts der gleichen drauf aber bin sofort bereit euch mit euros zu versogen sollte kickstarter für euch in betracht kommen ;)

    3. Epicon says:

      Ich habe oft angefangen irgendwelche Ideen aufzuschreiben und manchmal sogar angefangen diese zu basteln. Zum Glück gibt es dann Spiele wie DayZ die mir zwischendurch zeigen, was funktioniert und was absoluter Mist ist und wenn ich diese Sachen dann genau analysiere, merke ich (zumindest bin ich der Meinung dass ich das tue) was zu fehlen scheint.

      Vielleicht kennt jemand den Film Valhalla Rising. Ich finde die Stimmung und Atmo in diesem Film verflucht genial. Begann sogar ein Spiel mit der Cryengine, das diese Atmo und Zeit einfangen sollte. trotzdem sollte es etwas eigenes werden. Es sollte dabei darum gehen dass man irgendwann im Mittelalter im noch nicht entdeckten Amerika an Land gespült wird. Ein Hauptelemnt was ich einbringen wollte war ein Seil, das man mit den nötigen Recurcen länger machen konnte und wenn nötig kürzen oder teilen um zb Tier oder Menschenfallen zu bauen. Ich dachte auch an Sklaverei. Zb sollte man einen anderen Spieler oder Computerspiele (ureinwohner) fesseln können. Ein Spieler würde zwar nicht darauf eingehen aber NPCs sollten zu verbündeten umtrainiert werden können oder als Köder für wilde Tiere (das zweitere würde auch bei richtigen Spielern funktionieren) Mit dem Seil sollte man auch ins Wasser tauchen und es an Schatzkisten binden, um diese später von draußen raus ziehen zu können. In diesen Schatzkisten wären auch die einzigen richtigen Schwerter usw. Alles andere an Waffen, Kleidung und Nahrung müsste man sich erkämpfen und craften. Der Boden auf dem man Spielt sollte nicht nur ein Terrain wie überall sonst sein das mit einer schönen Textur versehen wurde, sondern sollte Dinge bieten wie, Würmer zum fischen oder Steine aus denen man Werkzeuge Basteln kann. Wie in Minecraft sollte man sich automatisch ohne genervt zu sein stunden lang an dem in und selben Ort aufhalten können. Nur der kreative und intelligente sollte es schaffen bis in den kältesten Norden vorzustoßen und seinen Entdeckerdurst vielleicht zu stillen. Was dort dann passiert habe ich noch nicht überlegt gehabt.

      Ich habe das Spiel schnell wieder aufgegeben aber ein concept hatte ich gebastelt : https://fbcdn-sphotos-f-a.akamaihd.net/hphotos-ak-snc6/616772_10151158749599467_876707483_o.jpg

      Ich denke ein Spiel muss einem einfach nur Möglichkeiten bieten dinge zu tun und diese unendlich lange zu kombinieren. Eine freibegehbare Welt in der alles was einen umgibt irgendwie nutzbar gemacht werden kann. Wettereffekte die auswirkungen haben. Tiere oder Monster/Mutanten die alle ihre eigene Lebens und Kampfweise haben. Sogar ungefährliche Mutanten wären geil.

      Es geht finde ich in einem guten Spiel nicht darum etwas großartiges zu inszenieren, sondern darum eine Welt mit Regeln und Möglichkeiten zu schaffen.

  4. Joe says:

    Abwarten was das standalone von Day-Z bietet. Zumindest was versprochen wird, macht Hoffnung.

  5. J. Jam says:

    klingt ja gut :) habe mitlerweile auch einen Publisher, der mir helfen würde. Habe da mal ein paar erste Concepte gemacht, was sagt ihr? http://jeesesjam.deviantart.com/art/In-the-End-337944909

    Wärt ihr eher für ein „I am Legend“ setting, mit bewucherten straßen, oder eher ein „Resident Evil“ setting mit trokenen wüsten städten? Ich bin mir uneinig.

  6. Rock_Zombie says:

    Schick schick, mehr davon Bitte.
    Zum Setting definitiv „I am Legend“.

    1. J. Jam says:

      Merci. I am legend mäßig finde ich auch echt gut allerdings will ich nicht zu sehr in diese DayZ / WarZ schiene reinrutschen.

      1. Thompsen says:

        Ein Urbanes Setting wäre schon klasse, aber dunkle Wälder und weite Landstraßen sind genau so wichtig.

  7. Smulix says:

    FONLINE 2 bzw reloaded, oder die englisch/russische Variante davon bietet Fallout2 als MMO-Variante. Crafting und ebenso openPvP, alles da. Wer ein OldSchooler ist, wirds lieben, aber: „Wastelands are harsh“ hf
    http://www.fonline-reloaded.net/

    1. Thompsen says:

      Danke für den Tipp! Ich werd’s mir auf jeden Fall anschauen!

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