Wie Die Welt Endet – Rezension

20130426_072009Wie Die Welt Endet  – Rezension

Rezensent: Dirk Wendt

Kurze Inhaltsübersicht:

Im Jahr 2023 zieht der Protagonist Jasper mit seiner Sippe durch die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Welt hatte sich verändern, die Arbeitslosenquote liegt bei über 60%. Gerade Geisteswissenschaftler sind ohne Arbeit und daher zu einem Leben auf der Strasse verdammt. Japser und seine Gruppe ziehen durch die Strassen der Städte, vornehmlich Orte um Savannah und versuchen Strom zu verkaufen, den sie mit Solarplanen und Ventilatoren speichern. In der Zwischenzeit verbreitet sich eine Seuche mit dem Namen Polio-X, die Menschen ersticken lässt.

Die Gruppe bekommt unter anderem Hilfe von Sophia, eine Frau mit der Jasper ein Verhältnis hat, kein sexuelles, aber doch ein Liebesverhältnis, denn Sex kommt nicht in Frage. Sophia ist verheiratet. Sie ist es auch, die ihm ein Handy sponsert, mit dem sie sich immer wieder Nachrichten austauschen. Jasper weiß jedoch, sie wird niemals ihren Mann verlassen und als seine Sippe auf eine andere Gruppe trifft, in der er Phoebe kennen lernt, beschließt er sich von Sophia zu trennen. Er erklärt der jungen Frau bei einem Date, in welcher Situation er sich befindet, beide sind sich einig, sie sind nur Freunde.

Durch die Beziehung zu Sophia ist es Jasper möglich eine Anstellung in einem kleinen Lebensmittel-Laden zu finden. Er und seine Freunde werden sesshaft. Doch es kommt wie es kommen muss, das Glück ist nicht von langer Dauer.

Meinung:

Dieser Roman ist kein Endzeit-Roman im herkömmlichen Sinn, es ist eigentlich nicht einmal eine normale Geschichte, sondern vielmehr beinhaltet das Buch zwei Biografien. Als erstes die Geschichte von Jasper. Über Zehn Jahre begleitet man den Protagonisten dieses Romans und erlebt Höhen und Tiefen. Die Geschichte mit Sophia, das Treffen mit Phoebe, wie auch seine Meinungen zur Welt. Dabei erfährt man einiges über ihn, wie auch über seine Freunde, die ihn auf seinem Weg immer weiter begleiten.

Die zweite Biografie ist die des Untergangs der Welt. Diese Geschichte wird aber so still erzählt, dass es kaum auffällt. Vom Ausbruch des Polio-X Virus bis hin zur Übernahme der Macht in Savannah von einer Gruppe mit Namen Jumpy-Jumps. Diese immer gegenwärtige Situation zeigt dabei, wie sich der normale Jasper in der Situation entwickelt. Am Anfang von einem „Normalo“ bis hin zu einem Mörder.

Beide Biografien verknüpfen sich miteinander und durch die momentane Bedrohung in Asien stellt sich die Frage, in wie weit ist es möglich, dass diese Geschichte wahr werden könnte und in welchem Umfang. In jedem von uns denke ich steckt ein Jasper, der Entscheidungen treffen muss, die einem das Leben erleichtern oder erschweren.

Fazit:

Dieses Buch kann ich leider nicht jedem empfehlen.

Leser von Geschichten die viel Action beinhalten werden enttäuscht sein, wie oben geschrieben, es handelt sich in diesem Falle eher um eine Biografie, denn ein Roman, der der typischen Aufteilung – Einleitung, Hauptteil, Finale – folgt. Das Level bleibt eigentlich immer gleich und man begleitet den Protagonisten lediglich und erfährt Höhepunkte die ihm widerfahren und dabei stellt man sich insgeheim selbst die Frage, würde ich auch so leben wollen? Würde ich stehlen? Würde ich töten? Keiner von uns kann diese Frage wirklich beantworten denke ich, denn man handelt in Situationen anders, als man es vielleicht wirklich denkt.

Wer hier bei Blackfear.de im Forum aktiv ist, weiß, ich stelle mir immer genau diese Frage. Wie verändern sich Menschen nach einer globalen Katastrophe. Wird aus dem stillen Introvertierten ein Sippenführer oder wird er ein Gesetzloser, dem das Leben anderer egal ist? Wird der in unserer Welt mutige Mensch im Angesicht einer globalen Katastrophe schwach und zerbricht?

Leser wie ich, die ein Interesse an einer möglichen Zukunft haben und sich immer wieder mit den Fragen auseinandersetzen, wie wir uns verändern würden, kommen hingegen auf ihre Kosten. Will McIntosh beschreibt hier eine mögliche Zukunft und das Leben in einer Gruppe von Menschen, die füreinander einstehen und auch vor Mord nicht zurückschrecken, um sich zu schützen.

Eins noch, ich habe einige Rezensionen über dieses Buch gelesen und Frage mich bei der einen oder anderen Rezension, ob die Schreiber ein anderes Buch gelesen haben als ich. Ich las oftmals, es sein kaum Endzeit und es ähnelt eher einem Liebesroman. Ja, Liebe ist ein Thema in diesem Buch, Jasper und Sophia zum Beispiel, Jasper und die platonische Liebe zu seinen Freunden, aber ist es nicht das, was einem vielleicht das Überleben in einer Zeit wie dieser sichern würde? Liebe und Vertrauen, dass jemand bei einem ist der einen auffängt und nicht verurteilt, egal wie man entschieden hat?

Gruß

Dirk

Wie die Welt endet: Roman

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2.7 von 5 Sternen (11 Kunden Reviews)

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7 thoughts on “Wie Die Welt Endet – Rezension”

  1. Jennifer says:

    Hm, ja da hast du recht.Aber das Buch würde ich gerne mal lesen!

  2. Leprechaun says:

    Kann ich dir nur empfehlen.

    Es ist interessant und beängstigend. In wie weit einige Dinge im Buch in Wirklichkeit passieren könnten kann ich nicht sagen, aber ich glaube, einiges, was dort beschrieben steht ist auch in unserer gegenwärtigen Realität schon vorhanden.

    Die Kluft zwischen arm und reich wird immer grösser und eine Mittelschicht existiert nicht mehr.

  3. Camillex says:

    Das Buch habe ich mir auch vor kurzer Zeit gekauft, aber noch nicht damit angefangen. Bin schon gespannt, die meisten Meinung haben sich eher sehr negativ angehört.

  4. Dirk Ganster says:

    Ich habe mir das Buch kürzlich gekauft und dann innerhalb eines Tages „gefressen“, so fesselnd fand ich die Geschichte. Der Geschichte fehlt natürlich das grundsätzlich Deprimierende, das ein Fan apokalyptischer Literatur erwarten könnte. Erst nach und nach wird dem Leser bewußt, dass hier gerade alles in die Brüche geht. Weiche Apokalypse eben, und nicht mehr hat der Autor versprochen. Gerade diese Tatsache macht das Buch so interessant. Bei der Darstellung der sozialen und kulturellen Umbrüche mag man zunächst denken, dass es hier doch arg fantastisch zugeht. Wenn man aber darüber nachdenkt, sind Jumpy-Jumps und marodierende Feuerwehren erschreckend wenig weit hergeholt. Einziges Manko bleibt für mich der Umgang mit technologischen und naturwissenschaftlichen Entwicklungen, hier scheint der Autor nicht alles ganz zu Ende gedacht zu haben. Energieknappheit trotz hocheffizienter Windräder will mir nicht in den Kopf, mit Bambus und Designerviren konnte ich mich nach einigem Nachdenken anfreunden. Wem „Die Straße“ zu heftig war findet hier die Softversion des Untergangs der Welt wie wir sie kennen, nicht weniger tödlich, micht weniger endgültig, aber mit Regenbogen über der Aschewüste.

    1. Leprechaun says:

      Es ist schön zu lesen, dass hier Personen existieren, die nicht nur dieses typische Genreverhalten befürworten sondern gerade auch mal diese subtile Art eines Weltunterganges sehen.

      Es muss nicht immer krachen, vielmehr halte ich gerade dieses Buch für eine realistischere Version einer Apokalypse als viele der düsteren Werke die auf dem Markt existieren.

      Ich kann auch einige Rezensionen auf Amazon nicht verstehen, die das Buch zerreissen, weil eher die Beziehungen des Hauptdarstellers im Vordergdund stehen. Gerade an dieser Beziehungsaufnahme, diesen Momentaufnahmen wird für mich gezeigt, welche Auswirkungen der schleichende Untergang mit sich bringt. Ich möchte hier nicht Spoilern, doch an mehrere Personen bemerkt man, wie sie sich mit der Zeit wandeln.

      @ Camillex
      Lies das Buch und schreibe mir wie du es gefunden hast. Mir ist da sehr an den Meinungen anderer gelegen, weil ich daran sehen kann, wie ich mit meinen Rezensionen zur Masse stehe.

      Die Meinungen, die negativ sind, sind vielleicht berechtigt, wenn man von einer Geschichte etwas erwartet (Krach Peng Bumm) und es nicht erfüllt wird. Ich gehe erstmal ohne eine Erwartungshaltung ran und lese.

  5. Camillex says:

    @Leprechaun: Mir hat das Buch doch recht gut gefallen, aber ich war ja vorgewahnt, dass man nicht viel Action erwarten kann. Ich fand es ziemlich beängstigend, weil es doch eine sehr realistische Vorstellung vom „Ende der Welt“ beschreibt. Die Entwicklung von Jasper und seiner Gruppe fand ich sehr interessant.

  6. Leprechaun says:

    Momentan lese ich Blackout. Ebenfalls ein interessantes Besuch, durchaus basierend auf Fakten, die in der Realität dazu führen könnten, dass es europaweit zu einen Blackout kommen könnte. Es erinnert mich ein wenig an „Wie die Welt endet“, da es ebenfalls ein beängstigendes Szenario aufbaut mit Folgen, an die wir als erstes nicht denken.

    Wir haben ein Blackout, ja ok, ist es halt ein bisschen dunkel, aber was sind wirklich Folgen eines Blackouts und wie gravierend sind die Folgen, sollte ein Stromausfall längerfristig anhalten?

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