Wir müssen zahlen… nur wie?

Über sein Hobby zu bloggen, anderen Menschen damit eine Freude machen oder ihnen damit vielleicht auch ein wenig helfen zu können, das macht eine Menge Spaß. Aber manchmal, so wie jetzt gerade, ist bloggen richtig scheisse. Warum? Wie Ihr vielleicht bereits wisst, wurden wir vor kurzem abgemahnt und sollen um die 8000 EUR zahlen. Genau genommen geht es um ein kleines Vorschaubildchen, das meine Frau (die auch hier Admin aka Psychonicbitch ist) in ihrem Blog von einer Zeitung genommen hatte, um über einen dort erschienen Artikel zu schreiben. Das schien auch soweit in Ordnung und es gab nie Ärger mit dieser Zeitung. Gibt es auch bis heute nicht.
Allerdings gibt es jetzt Firmen, die die Rechte an diesen Bildern nachträglich kaufen und nun alle Blogger rückwirkend abmahnen und zum teil weit überzogenen Forderungen verlangen.  Es widerspricht mir wohl keiner, wenn man hier von einer „Masche“ spricht.

Ich zitiere da einfach mal nerdcore:
„In Deutschland ist es so, dass man vor vier Jahren dabei hilft, eine Meldung großzumachen und dann wird man vier Jahre später von einer Bildagentur abgemahnt, weil sie die Rechte an dem – als Meldung mittlerweile toten – Bild gekauft hat, mutmaßlich um gezielt Blogs abzumahnen. Ich erinnere nochmal an die Aussage der Anwälte gegenüber spOn: „Exklusivität der Nachrichten gegenüber ihren Kunden“ gewahrt werden soll.“ 

Fakt ist auch, das diese Abmahnfirmen im Recht sind und wir, die kleinen Blogger nun zahlen dürfen. Wie? Keine Ahnung. Unsere Blogs werfen keine großartigen Gewinne ab, eher im Gegenteil, wir zahlen fast immer drauf. Darum ist uns dieser Schritt auch sehr schwer gefallen und wir haben einen kleinen PayPal-Spenden-Button erstellt.
Wer mag kann uns ja vielleicht mit dem ein oder anderem Euro unterstützen. Wenn nicht, ist das natürlich auch nicht schlimm, aber vielleicht könnt Ihr dann wenigstens dieses Posting, oder das meiner Frau weiter verbreiten.

 




Auf jeden Fall möchte ich mich schon jetzt einmal bei euch bedanken. Für die netten Worte und das derzeitige Mutmachen weiter zu bloggen!

Update:
Wir waren heute Abend wieder beim Anwalt. Wie es aussieht kann dieser den Betrag um einen Großteil drücken, was aber nicht heißt, das wir ganz ohne Kosten da raus kommen. Einen Vergleich werden wir auf jeden Fall zahlen müssen. Fragt sich nur, wie hoch dieser wird. Das bleibt abzuwarten, aber wir hoffen auf ein Entgegenkommen der gegnerischen Partei.
Die oft angesprochene 100€-Deckelung greift leider nicht wirklich, da diese Deckelung lediglich auf die Anwaltskosten angewendet werden kann. Wir haben hier aber einen  „Lizenzschaden“ zu zahlen auf den dann zusätzlich noch diese  Anwaltskosten kommen.
Und ich glaubte es kaum: Es wurde sogar der ein oder andere Euro gespendet. Ihr seid einfach der oberhammer! Ich weiss gar nicht, was ich sagen soll… vielen, vielen Dank! Sowas macht einem echt Mut und wir werden auf keinen Fall aufgeben! Hier geht der „normale Betrieb“ auch spätestens am Wochenende weiter!

7 thoughts on “Wir müssen zahlen… nur wie?”

  1. Ganta says:

    Ich würde mich nicht so ins Bockshorn jagen und mir einen Anwalt suchen, der auch wirklich auf Urheberrecht spezialisiert ist. Bei Musiktiteln ist es etwa so, das der Streitwert 10.000€ beträgt, die Abmahner dann pro Titel/ Album knapp 800€ haben wollen, und man sich meist um 650€ vergleichen kann. Wie die bei einem Bild auf 8.000€ kommen wollen ist unverständlich.
    Eine Abhmanung ist ja auch nur kein Urteil, sondern zuerst eine Aufforderung ein Verhalten zu unterlassen, etwa das verbreiten urheberrechtlich geschützten Materials. Bei Musik ist es so, dass das dann meist mit einer zu unterschreibenden Unterlassungserklärung einhergeht.
    Zahlen muß man erst wirklich, wenn ihr in einem Prozeß dazu auch verklagt werdet, und da schlägt der Richter oft auch erst einen Vergleich vor. Jetzt hängt es davon ab wie wahrscheinlich es ist von denen wirklich vor den Richter gezogen zu werden.
    Ich würde mich deswegen über diese Abmahnanwälte informieren. Die Abgemahnten sind in Foren ganz gut verneztz und können meist sagen wie die Dinge bei Ihnen gelaufen sind.
    Außerdem kann in deinem Fall die sog. 100€ Deckelung evtl. angewendet werden, da bei Dir weder gewerblich, Filesharing oder fehlendes Impressum/einfach gelagerter Fall vorliegt (§97 a UrhG).

    1. Thompsen says:

      Hallo Ganta,
      leider ist es nicht ganz so einfach. Diese Abmahnfirma ist schon im Recht, unser Anwalt kann nun lediglich versuchen den „Preis“ zu drücken. Allerdings wäre ein Vergleich immer noch in Höhen, die wir uns nicht leisten können.
      Eine 100€ Deckelung wäre klasse, greift hier aber leider nicht :(

  2. Chris says:

    Spende ist raus, hierfür mache ich jetzt meinen Weblog doch wieder auf.

    1. Thompsen says:

      Hey Chris,
      das ist so krass nett. Ich weiss jetzt gar nicht, was ich sagen soll. Danke!

      Und wehe du machst deinen Blog nicht wieder auf! Im Moment klafft deswegen eine richtige Lücke im Internet!

  3. 0--steve--0 says:

    Moin,
    ich hatte ja neulich ein ähnliches Problem. Ein Bild von einer kostenlosen Datenbank aus dem Netz auf meine Firmenhomepage gestellt und vergessen den Fotografen zu erwähnen.
    Obwohl das Bild selbst für komerzielle Zwecke freigegeben war, war die Forderung des RA des Fotografen 5000 € + RA Honorar.
    Mein RA konnte die Forderung auf insgesammt 600 € drücken.
    Aussage meines RA´s: Wenn diese Fälle nicht so stinklangweilig wären, ist das zur Zeit eine eichte „Gelddruckmaschine“… und die Forderungen sind z.t. noch extrem wesentlich höher…

    Euch weiterhin viel Erfolg…

    lg

    steve

  4. Peter says:

    Auch ich hatte das Spielchen vor einiger Zeit. Da nimmt man ein Bild und ahnt nicht, was man damit für einen Ärger bekommen kann. Das nervt mich tierisch. Warum kann man die Anwälte, die soetwas unterstützen und damit Geld verdienen nicht abmahnen? Das ist doch genauso wie die, die Zahlungaufforderungen an alte Leute versenden, immer in der Hoffnung einer zahlt. Unseriös und meiner Meinung nach völlig überflüssig diese Leute. Wer sein Geld nicht auf die althergebrachte Weise verdienen kann, sollte es lassen. Dieses nachträgliche Kaufen der Rechte an Bildern und Co. sollte besser geregelt werden. Es sollte eine Infopflicht geben. Getreu dem Motto: „Das Bild, das Sie kaufen ist frei von Rechten Dritter“ oder der Hinweis, dass es eben nicht so ist.

  5. Carsten says:

    Hi,
    Finde diese Masche immernoch einfach ekelhaft..
    Wenn ihr mir eure Bankdaten schickt, spende ich auch ein wenig. Habe leider kein Paypal oder so um online zu spenden.

    Gruß, Carsten

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: